After Earth

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Kaum ein Film wird derzeit so mit Schmach und Schande überzogen wie M. Night Shyamalans Regiewerk „After Earth“. Sei es nun wegen der offensichtlichen Bezüge zur Scientology-Sekte, der Hauptdarsteller Will Smith bekanntermaßen angehört, oder der allgemeinen Unbeliebtheit des Regisseurs, der seit Flops wie „Die Legende von Aang“ oder „The Happening“ bei allen Kritikern und dem Großteil des Publikums durchgefallen ist. Wenn man darüber nachdenkt, warum „After Earth“ so wenig überzeugt, weiß man leider gar nicht, wo man anfangen soll. Weder die Geschichte noch die Schauspielleistungen vermögen es, zu überzeugen.

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Die Geschichte ist wieder einmal in einer weit entfernten Zukunft angesiedelt. Die Erde ist wegen des verantwortunglosen Verhaltens (hier wird übrigens gleich zu Beginn gehörig die Moralkeule geschwungen) unbewohnbar geworden und die Menschheit lebt bereits seit 1000 Jahren auf dem fernen Planeten Nova Prime. Dieser wird leider des Öfteren von fiesen Aliens angegriffen, den Ursas, die zwar blind sind, jedoch die Angst der Menschen riechen können und sie so finden und umbringen können. Glücklicherweise gibt es es da noch die Ranger, die mit der Angst-abstell-Technik des sogenannten „Ghostens“ vertraut ist und die Monster demnach bezwingen können. General Cypher Raige (Will Smith) ist einer der besten Militärs dieser Einheit und auch sein Sohn soll eines Tages diesem Gewerbe nachgehen. Überstrenger Vater und Anerkennung suchender Sohn stranden schließlich nach einem Raumschiffabsturz auf einem wilden, gefährlichen Planeten – was für ein Zufall, es handelt sich um die Erde! Da der Vater verletzt ist, muss das Söhnchen ganz allein 100 Kilometer durch den Dschungel streifen, um einen Rettungssensor zu finden, der sich im abgetrennten Heck des Raumschiffes befindet.

So weit zur Handlung des Science-Fiction-Streifens. Wie uns im Trailer mehrmals klar gemacht wurde, ist „alles auf der Erde dazu mutiert, Menschen zu töten“, was seltsam erscheint, da die Menschheit ja bereits seit 1000 Jahren nicht mehr dort lebt. In Wirklichkeit hat es der Sohn auch nur mit einigen wilden Tieren zu tun, die natürlich gefährlich sind und möglicherweise auch tödlich, direkt zum Menschenfresser mutiert erscheinen die Viecher aber eigentlich nicht. Selbstverständlich treibt sich in der Gegend auch ein Ursa herum, der übrigens die eigenartige wie lächerliche Eigenschaft hat, Menschen an Ästen aufzuspießen. Außer den wilden Tieren und giftigen Kleinstlebewesen wird es auf der verwaisten Erde außerdem des Nächtens extrem kalt und unser Held muss in der Dämmerung Zuflucht in einem „Hot Spot“ suchen, Punkte und Täler, in denen es aus irgendwelchen Gründen nicht so kalt wird – ungemein praktisch! Trotz der wilden Umgebung findet Kitai einen Freund in einem überdimensionalen Adler, der aus nicht nachvollziehbaren Gründen vergisst, dass er ein wildes Tier ist und den jungen Helden beschützt und sich schließlich – ziemlich wildtierungewöhnlich – für den Jungen opfert. Das Finale des Films ist leider schon spätestens ab der Hälfte des Films zu erahnen und hält keine Überraschung bereit. Von atemloser Spannung und irgendeiner emotionalen Einbindung des Zuschauers ist leider weit und breit nichts zu entdecken.

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Und wo wir schon bei der Emotionslosigkeit sind: Will Smith scheint zu denken, dass nur, weil er in seiner Rolle keine Angst zeigt, auch jegliche andere Gefühle ausgeschlossen sind. Mit ausdrucksloser Miene und starrem Blick, sogar völlig ohne Höhen und Tiefen in der Stimme, zeigt uns Will Smith hier den Roboter. Eine wenig beeindruckende Leistung, die eigentlich nur noch von den nicht vorhandenen schauspielerischen Qualitäten seines unsympathischen Sohnes übertroffen wird. Papas ganzer Stolz schafft es leider nicht im Ansatz, dem Zuschauer Emotionen glaubhaft zu vermitteln, noch irgendeine Form von Sympathie zu erzeugen. Die anderen Figuren wie die Mutter oder die Schwester sind leider so eindimensional und flach, dass ihre gelegentlichen Auftritte nur langweilen und an Puppentheater erinnern.

Der einzige postive Aspekt, der „After Earth“ abzugewinnen ist, ist seine besondere Ästhetik, die ausnahmsweise ohne das komplett verchromte und glatte Zukunftsbild auskommt, das dem Zuschauer sonst aufgetischt wird. Trotz hochtechnisierten Waffen und Raumschiffen haben alle Gegenstände eine wilde, geradezu natürliche Optik. Es dominieren weiße Stoffe, die sonnensegelartig in den Häusern, aber auch im Raumschiff zum Einsatz kommen. Die Computerhologramme und Gerätschaften wirken ergonomisch und zu keiner Zeit unpassend oder albern. Die zahlreichen technischen Gimmicks wirken authentisch und glaubhaft und unterstützen die Protagonisten, ohne zu aufdringlich oder zukunftsmäßig übertrieben zu sein. Abgesehen von den interessanten Designs, weiß Regisseur M. Night Shyamalan dann doch mit seinem visuellen Gespür zu überzeugen und liefert durchkomponierte Bilder und ästhetische Atmosphäre. Er entführt den Zuschauer in eine zwar fremde, aber doch vertraut scheinende Welt, deren CGI überzeugen kann, und schafft wunderschöne Umgebungen und Situationen.

Insgesamt kann „After Earth“ leider nicht überzeugen, die Story ist wenig mitreißend, teilweise lächerlich und viel zu vorhersehbar. Auch die Schauspieler zeigen keine guten Leistungen und es gibt nicht einen einzigen Höhepunkt in der Darstellung. Einzig und allein die Ästhetik und die Gestaltung der Umwelt ist interessant und bemerkenswert, vermag es aber leider nicht, über die Schwächen des Films hinwegzutäuschen.

Bewertung: 4,5/10

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  1. Pingback: After Earth (2013) | Film-Blogosphäre

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