Alles steht Kopf

© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH
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Der neue Film aus dem Hause Pixars beschäftigt sich mit der Frage, wie es wohl wäre, wenn all unsere Handlungen durch die Emotionen Freude, Kummer Wut, Ekel und Angst bestimmt würden. Als Riley das erste Mal ihre Augen öffnet, treten auch die fünf Gefühle in ihrem Kopf auf. Unter der Direktion von Freude arbeiten sie zusammen und schaffen Riley auf diese Weise die schönsten Erinnerungen. Nur Kummer wird dabei ausgeschlossen und dazu aufgefordert, sich unauffällig im Hintergrund zu halten. Alles scheint gut zu sein, bis Rileys Familie von Minnesota nach San Francisco umzieht und nichts so ist, wie sie sich das vorgestellt haben. Genau dann gehen auch noch Kummer, Freude und die Kernerinnerungen im Langzeitgedächtnis verloren. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach einem Rückweg in die Zentrale.

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Konfrontiert mit kindlichen Ängsten, Erinnerungen an Fantasiefreunde und der Erkenntnis, dass das Leben mehr bietet als nur glückliche Momente, zeigt der Film dem Zuschauer auf, dass da etwas ist, was lange verloren geglaubt wurde. Das ist auch der Grund, warum Rileys Handlungen so verständlich wie gleichzeitig auch falsch erscheinen. In Situationen, die an die eigene Jugend erinnern.

Dem Team um Pete Docter und Ronnie del Carmen gelingt es, in Alles steht Kopf humorvolle Situationen mit berührenden Momenten zu kombinieren, Erwartungen auf positive Weise zu enttäuschen und Charaktere zu erschaffen, die überzeugend wirken und die eine sichtbare Entwicklung durchmachen. Denen es gelingt, sich in ihren Stereotypien zu bewegen und gleichzeitig diese aufzubrechen. Und genau aus diesen Situationen bezieht dieser Film seine Stärken, ob es die humorvollen oder um die emotional berührenden Momente geht. Denn mitzuverfolgen, wie auch die eigens ersonnene Lösungsidee nicht funktioniert und das Scheitern so ungewöhnlich nahe liegt für einen Kinderfilm, bezieht den Zuschauer stärker ein als gewohnt.

Die Figuren aus Alles steht Kopf gehen dem Zuschauer nahe, da ihre Konflikte, Sorgen und Hoffnungen nachvollziehbar sind, auch wenn sie damit einander widersprechen. Unterstützt werden sie dabei von den großartigen Synchronsprecherinnen, die die Gefühle und ihre Vorstellungen stimmlich perfekt umzusetzen wissen. In diesem Film setzt Pixars ungewohnter-, aber angenehmerweise auf weibliche Hauptfiguren und beweist damit, dass es problemlos möglich ist, Frauen in den Fokus zu setzen, ohne sie auf den hübsch anzuschauenden Part für die männliche Hauptrolle zu reduzieren. Insgesamt einer der schönsten Pixars-Filme seit Toy Story 3.

Wertung: 10/10

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