As I lay dying

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© Splendid Film

James Franco hat sich viel vorgenommen, denn William Faulkners Roman „Als ich im Sterben lag“ ist nicht nur ein Klassiker der amerikanischen Literatur, sondern bedient sich außerdem der Erzähltechnik des Bewusstseinsstromes, bei dem die Gedanken der in diesem Fall 15 Protagonisten ungefiltert wiedergegeben werden. Dabei wird in der Handlung und im Blickwinkel viel gesprungen, was in der filmischen Umsetzung eine besondere Lösung erfordert.

Inhaltlich begleitet der Zuschauer die letzte Reise von Addie Bundren, die im Kreise ihrer Familie stirbt und deren Leichnam in ihre Heimatstadt Jefferson gebracht werden soll. Ihr Ehemann Anse gab ihr vor langer Zeit dieses Versprechen und versucht es nun scheinbar gegen alle Widrigkeiten einhalten zu wollen. Zusammen mit den gemeinsamen Kindern macht er sich auf die Reise zu Addies letzter Ruhestätte.

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© Splendid Film
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Als filmische Umsetzung für die vielen Sprünge in der Rolle des Erzählers hat sich James Franco, der in „As I lay dying“ nicht nur in der Hauptrolle sondern auch als Regisseur agierte, für einen Split Screen entschieden, der über weite Teile des Filmes zu sehen ist. Der geteilte Bildschirm mag für die korrekte Umsetzung des Stoffes unerlässlich und auch eine gute Idee sein, trotzdem erscheint er manchmal unnötig und nach einigen vergangenen Filmminuten auch störend. Teilweise vermag er die Filmbilder interessanter zu gestalten, oft wird aber auch eine ästhetische Bildkomposition dadurch zerstört, was sehr schade ist, da die Bilder an sich eine schöne Ästhetik haben und eine passende Atmosphäre kreieren. Sehr schön und intensiv sind dagegen die Szenen, in denen sich einer der Protagonisten direkt an den Zuschauer wendet und durch die vierte Wand hindurch mit Textpassagen aus dem Roman konfrontiert. Schauspielerisch gibt es nichts zu bemängeln, im Gegenteil, die Besetzung ist perfekt gecastet und beherrscht ihr Handwerk, allen voran vermag Tim Blake Nelson als verschlagener Ehemann und Vater zu überzeugen. Die Intensität und Spannung der Romanvorlage will sich leider trotzdem nicht so recht auf „As I lay dying“ übertragen, trotz textlicher und inhaltlicher Nähe zum Buch erreicht der Film nicht dessen Komplexität. Vor allem bei der im Roman sehr spannenden Figur des kleinen Vardaman wurde massiv eingespart, was ihn leider sehr uninteressanten und belanglosen Filmfigur macht.

Insgesamt erscheint Francos Umsetzung von „As I lay dying“ in vielen Punkten nachvollziehbar und die filmischen Mittel sind mit Bedacht gewählt, trotzdem vermag es der Film nicht der Romanvorlage gerecht zu werden. „As I lay dying“ ist zwar handwerklich gut gemacht und mit guten Schauspielern besetzt, aber der Funke will trotzdem nicht so recht überspringen.

Bewertung: 6,5/10

 

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