Autómata

© Green Moon, Nu Boyana Viburno

Besser gut geklaut als schlecht selbst ausgedacht – das war wohl das Motto beim Design des Films Autómata. Herausgekommen ist dabei ein müder Abklatsch der Ghetto-Kulissen von District 9, des Roboterdesigns von I, Robot, und hausumspannende Reklameprojektionen im Regen aus Blade Runner. Aus diesen Filmen zusammengerührt ist auch die Grundfrage des Filmes: Wie rassistisch werden wir Menschen uns gegenüber einer anderen Spezies verhalten, die uns auf Augenhöhe begegnet? Diese Grundidee ist durchaus einen weiteren Film wert. Auch die CGI-Tricktechnik ist für einen Film mit bescheidenen 15 Mio. $ Budget überraschend gut gemacht.

Antonio Banderas spielt in der Hauptrolle den ausgebrannten Versicherungsagenten Jacq Vaucan („ich bin total ausgebrannt“). An Banderas liegt es dabei nicht, sondern vielmehr am dämlichen und gänzlich überraschungsfreien Drehbuch, dass einen der Film völlig unberührt lässt. Jacq untersucht den Fall eines Roboters, der erschossen wurde, weil er sich selbst repariert hat. Das dürfen Roboter in der Welt von Autómata nämlich nicht (Asimovs Robotergesetze aus I, Robot lassen grüßen). Der Vorgang sei so unmöglich „wie der Versuch eine Seifenblase in die Tasche zu stecken“. So lautet die bereits im Vorspann erzählte Prämisse des Films und deshalb ist Jacq auch der einzige, der hinter diesem ach so unwahrscheinlichen Vorgang eine Verschwörung vermutet – natürlich außer den Verschwörern, die hinter allem stecken.

© Green Moon, Nu Boyana Viburno
© Green Moon, Nu Boyana Viburno

Der Film badet in bis zu Hals in Klischees. Die viel zu vielen Nebenrollen versteht man nur, weil man sie in die Schablonen von anderen Filmen legen kann: wer kennt nicht den dicken Labor-Nerd (Surrogates u.v.a.), den aggressiven Pilotenbrillen-Cop (Bad Lieutenant?) oder verschwitzte Henchmen mit Flinte und Staubmantel (alle Sergio-Leone-Western)?

Das Drehbuch bremst auch die Darsteller aus. So muss Banderas‘ Jacq gegenüber seiner schwangeren Frau das gleiche verzweifelte und müde Gesicht zeigen wie nach drei Tagen ohne Wasser in der Wüste. So eindimensional die Hauptfigur angelegt ist, so dämlich ist das westernhafte Action- und Ritt-in-den-Sonnenuntergangs-Ende. Die Actionszenen sind noch dazu lahm und unglaubwürdig wie in einem Tatort. Melanie Griffith spielt wahrscheinlich nur mit, damit Sie Ihren Mann (Banderas) ans Set begleiten konnte. Ihre kurze Rolle im Mittelteil lässt einen nur kurz schaudern was plastische Chirurgie mit einem anstellen kann. Diese Schrecksekunde war die stärkste Emotion, die dieser trübe Aufguss vom Aufguss in mir ausgelöst hat, auf jeden Fall mehr als der uninspirierte Soundtrack (08/15-Geigen wechseln sich mit einem Terminator-Rhythmus ab).

Fazit: Nicht mal originell schlecht.

Wertung 2,5 / 10

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