Brick

Ein äußerst eigenartiger Film. Ein Gangster/Drogen-Thriller angesiedelt in einem Highschool-Umfeld: die Dealer, Süchtigen, Abgestürzten, Drogenbosse, Drahtzieher und Opfer sind durchweg ca. 16-jährige Teenager, die noch bei Mutti wohnen. Und dabei gleichzeitig so abgebrüht und selbstbewusst daherquasseln, als wäre sie Humphrey Bogart Clone. Wir fragten uns: sehen wir da ein Paralleluniversum, eine Welt, die unserer Welt ähnlich ist, aber an manchen Ecken doch nicht? Darunter leidet irgendwie auch die Glaubwürdigkeit des Films. So sehr ich mich auch angestrengt habe, ich konnte dem milchbubigen Joseph Gordon-Levitt einfach nicht abnehmen, dass er total knallhart und selbstbewusst irgendwelche Gangster verprügelt, sich mit Drogenbaronen anlegt, die Bullen aus dem Ganzen rauslassen will – und was es eben noch so für leere Plattitüden gibt, die man schon 1000mal gehört hat. Mir ist schon klar, dass eben gerade dieser Gegensatz hier die Spannung ausmachen soll und dass eben deshalb und wegen der starken Anlehnung an den Film Noir (die auch durchaus nicht von der Hand zu weisen ist) viele Kritiker den Film toll fanden. Ich saß trotzdem die meiste Zeit mit verwirrtem Gesicht auf der Couch – nur hin und wieder abgelenkt von den verwirrten oder schlafenden Gesichtern meiner Mitgucker und konnte dem Film das Ganze irgendwie nicht abnehmen. Am blödesten war aber eindeutig die Szene, in dem sie ihn anfleht sie gehen zu lassen – viel zu dick aufgetragen, triefend vor Schmalz und vor Bedeutungsschwangerschaft. Positiv erwähnenswert sind allerdings die Bilder, die interessanten Kameraperspektiven (wie schon gesagt: Film Noir) und die Stimmung, die dadurch teilweise erzeugt wurde – und die ziemlich coole Musik.

Bewertung: 4,5/10

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