Das Geheimnis von Kells

© Ascot Elite HE

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Was für ein wunderbarer Film! In diesem 2010 für den Oskar nominierten Animationsfilm geht es um einen kleinen Jungen namens Brendan, der in einem Kloster mitten im Wald lebt. Diesen hat er allerdings noch nie betreten, denn sein Onkel, der Abt des Klosters, lässt eine gigantische Mauer um das Kloster errichten, die die herannahenden Feinde abhalten soll. Der kleine Junge interessiert sich jedoch mehr für Buchmalerei als für das Bauvorhaben und wird vollends entflammt, als eines Tages der Buchmalermeister Aidan eintrifft. Um Farbe für ihre Malereien zu besorgen, wagt sich Brendan sogar in den Wald.

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Die Geschichte des Films ist wirklich ungewöhnlich und interessant, das Besondere an diesem Film ist aber eindeutig die wunderbare Ästhetik und der wirklich außergewöhnliche Stil des Films. Die wunderbaren liebevollen Zeichnungen wirken wie handgemacht und jedes Bild ist gespickt mit Ornamenten und Mustern, so viel Sinn fürs Detail ist wirklich bemerkenswert. Besonderes Augenmerk wurde auch auf die Farbigkeit gelegt, die für die jeweils abgezielte Emotion oder Atmosphäre perfekt abgestimmt ist. Sehr schön gespielt wurde damit in Traumsequenzen und bei Angriffen der Feinde (die übrigens vom Charakterdesign absolut cool und bedrohlich sind, perfekt!), die nur in Rot, Schwarz und Weiß gehalten sind.

Der Film hat auch eine sehr interessante Hintergrundgeschichte, so stützten sich die Filmemacher dabei auf die Geschichte Book of Kellsdes Book of Kells, das als Meisterwerk der insularen Buchkunst angesehen wird und über dessen Entstehung nur gemutmaßt werden kann und das im Zeitalter der Wikingerüberfälle in Sicherheit gebracht wurde. Im Film ist auch eine Seite des Buches zu sehen. Aus diesem Buch und allgemeinen aus der Kunst der Kelten schöpften die Filmemacher und gaben dem Film eben das Aussehen und die Ästhetik mittelalterlicher Malereien, Kunst und Architektur. Das Ganze wird konsequent durchgezogen, bei den Szenen im Wald kamen teilweise auch Einflüsse aus dem Jugendstil zum Tragen, was den Film wirklich zu einem ästhetischen Highlight macht. Auch eine Gottheit der irischen Mythologie taucht im Film auf, und zwar der Gott der Unterwelt und des Todes Cromm Cruach. Bei der Gestaltung dieses Charakters wurde sich an Tiefseekreaturen orientiert, die Szene seines Auftritts ist auch wirklich toll umgesetzt und sehr unheimlich.

Der Film ist sehr empfehlenswert, ich persönlich habe so eine Ästhetik bisher noch nicht gesehen und bin begeistert. Sehr nett ist auch die Webseite, über die man sich einen guten Überblick verschaffen und tolle Bilder angucken kann.

Bewertung: 8/10

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