Dating Queen (2015)

© Universal Pictures International Germany GmbH
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Amy Schumer spielt die Männermagazin-Redakteurin Amy, eine Karrierefrau, die dank des von ihrem Vater vorgelebten Beispiels nichts von Beziehungen hält und daher nur One-Night-Stands eingeht. Als sie einen Sportarzt (gespielt von Bill Hader) interviewen soll, landet sie in seinem Bett und übernachtet entgegen ihrer Gewohnheiten bei ihm. Er verliebt sich in sie und Amy muss sich auf die ungewohnte Situation einstellen.

Der Film ist meiner Meinung nach mindestens eine halbe, wenn nicht eine ganze Stunde zu lang für den dürftigen Plot. John Cenas Cameo ist sicher seine beste schauspielerische Leistung bisher und über den „Mark Wahlberg“-Witz habe ich sogar gelacht, dennoch hätte dem Film nichts gefehlt, wenn man Cenas Szenen komplett rausgestrichen hätte. Das Gleiche gilt für so gut wie jeden Gastauftritt und in umgekehrtem Sinne für die Rolle des Vaters, dessen Szenen größer und gehaltvoller werden müssen, damit der Zuschauer sich um ihn schert.

Ich weiß nicht, ob Dating Queen eine Parodie auf RomComs sein möchte. Falls ja, schafft er das nicht, sondern bleibt belanglos und formelhaft. Die Geschlechterrollen sind umgedreht und das scheint schon der ganze Clou daran zu sein. Vielleicht zünden die Gags bei der Zielgruppe, bei mir taten sie es so gut wie nie. Wenn Bill Hader im Restaurant die Rechnung verlangt und Amy ihm sagt, dass er das per Handzeichen machen kann ohne es dazuzusagen, und ich mir denke „Okay, er wird jetzt das Handzeichen machen und laut nach der Rechnung verlangen“ und er das dann tatsächlich tut… dann finde ich das einfach nicht lustig. Vor allem nicht, wenn er das mehrmals direkt hintereinander tut. Zumal diese soziale Awkwardness nie wieder bei ihm auftaucht, also nicht mal als Charaktereigenschaft ausgelegt werden kann, sondern tatsächlich nur für den müden Gag benutzt wurde.

Das Schauspiel ist okay, Cena und LeBron geben akzeptable Performances ab, wenn man bedenkt dass sie keine Schauspieler sind. Amy Schumer haucht dem von ihr selbst geschriebenen Charakter nicht so viel Leben ein wie man es hätte erwarten können. An einer Stelle beispielsweise weint sie, diese Tränen wirken aber nicht, als vergieße sie der Charakter der Umstände wegen, sondern die Schauspielerin, weil es im Skript steht. Tilda Swinton spielt ihren Charakter trotz schlechtem Writing sehr gut und ist dank ihrer Aufmachung kaum wiederzuerkennen. Selbst wenn man das Schauspiel außen vor lässt, fragt man sich, was die Regie bei diesem Film getan hat. Kameraführung und Schnitt sind nicht schlecht, aber uninspiriert, was irgendwo zu der standardisierten Story passt.

Man kann sich Dating Queen ansehen, man kann aber auch jede beliebige andere RomCom schauen und ist mit einigen davon sicher besser bedient. Zweimal läuft übrigens ein Film im Film, einmal im Kino, später auf DVD (was ein schönes Stilmittel ist, um zu zeigen, dass Zeit vergeht – viel eleganter als eine schnöde Einblendung wie „6 Monate später“). Darin mimt Daniel Radcliffe einen Hundesitter, der eine von Marisa Tomei gespielte Hundebesitzerin trifft. Diesen Film in voller Länge zu sehen, wäre sicher ein interessanteres Erlebnis geworden.

Bewertung: 4/10

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