Der Hobbit: Smaugs Einöde

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© 2013 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved

Es ist einmal wieder so weit: nachdem wir in „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ alle Zwerge (ihr wisst schon Thorin,Balin, Dwalin, Oin, Glóin, Kili, Fili, Dori, Nori, Ori, Bifur, Bofur und Bombur), den jungen Bilbo und den jüngeren Gandalf kennenlernen durften, begleiten wir nun in „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ die weitere Reise der ungewöhnlichen Gruppe, die natürlich nicht ohne Gefahren, Abenteuer und actionreichen Kämpfe über die Bühne geht. Die Gruppe der Reisenden befindet sich noch immer auf dem Weg zum Einsamen Berg und dem dort lebenden Drachen Smaug, der einst das Zwergenvolk auslöschte, den Arkenstein des Zwergenkönigs raubte und seitdem einen immensen Schatz hortet.

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Direkt am Anfang des 160-minütigen Films wird man durch die wunderbare Musik von Howard Shore und die altbekannten, majestätischen Bilder wilder Landschaften direkt nach Mittelerde gesogen und kann sich diesem Strudel nur schwerlich wieder entziehen. Sehr räumlich und überraschend vielschichtig entfaltet sich das 3D-Bild vor den Augen des Zuschauers und lässt ihn unmittelbar in die dunklen Wälder und weiten Steppen eintauchen. Die Optik in „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ mag wie schon im Vorgängerteil zwar durch jede Menge teilweise auch sichtbare CGI-Effekte geprägt sein, ist im Großen und Ganzen aber trotzdem sehr beeindruckend, das Bild ist gestochen scharf und die High Frame Rate verhindert unschöne Unschärfen oder Wackler vor allem in actionreichen Sequenzen. Mit diesem Vorteil, interessanten Kamerafahrten und spannenden Schnitten entstehen Action-Szenen von besonderer Intensität und Ästhetik, die den Zuschauer mitreißen.

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Die Handlung bleibt konstant spannend und wird immer wieder mit Action und einigen wohl dosierten komischen Einlagen aufgelockert, so lässt es sich beispielsweise Legolas nicht nehmen auf den Köpfen von Zwergen herumzuhüpfen oder einen Ork als Surfbrett zu benutzen. Dadurch ist „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ anders als „Der Herr der Ringe“ im Ton weniger ernsthaft und steif, was hier und da mit einer kleinen Überdosis Pathos zu korrigieren versucht wird.

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Die neu eingeführten Charaktere bringen auch für alteingesessene Fans Spannung und Überraschung in den Film, so überzeugt die von Peter Jackson hinzugefügte Elbin Tauriel als einzige Frauenfigur in einer Schar aus männlichen Protagonisten mit Unabhängigkeit und faszinierenden Kampffähigkeiten. Auch die Besetzung von Lee Pace als überirdisch schöner und schwer zu durchschauender Elbenkönig Thranduil erweist sich als richtige Entscheidung, denn obwohl die Figur verhältnismäßig wenig Screentime hat, vermag sie den Zuschauer doch in ihren Bann zu ziehen. Das Highlight bildet jedoch unbestreitbar der Drache Smaug, der mit immensen Ausmaßen und donnernder Stimme gleichermaßen verängstigt und fasziniert und mit allerlei List und Unbezwingbarkeit immer wieder für interessante Wendungen sorgt. Das Königreich unter dem Berg erweist sich als perfekte Kulisse für das Geschehen, ist es doch in seiner Verlassenheit gleichermaßen unheimlich wie deprimierend und beherbergt einen Schatz, der Dagoberts Tresor lächerlich aussehen lassen würde.

„Der Hobbit: Smaugs Einöde“ ist ein spannender und hervorragend besetzter Film, der nicht nur mit seinen Abweichungen von der Romanvorlage für Überraschungen und jede Menge Action sorgt und bestens zu unterhalten vermag. Den Charakteren und der Handlung zu folgen macht großen Spaß und die Optik und die gut gemachten 3D-Effekte lassen den Zuschauer voll und ganz zum Teil von Mittelerde werden. Über teilweise offensichtliches CGI, manche dann doch sehr dick aufgetragene Szenen und einige Längen zum Ende hin kann man großzügig hinwegsehen, denn im Großen und Ganzen ist „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ eine gelungene Fortsetzung und übertrifft ihren Vorgänger „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“.

Bewertung: 8,0/10

Noch ein kleiner Nachtrag: Wer noch nicht die wundervollen Bilder von Benedict Cumberbatch beim Motion Capture für Smaug gesehen hat, sollte das hier auf keinen Fall verpassen.

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