Die kritischen 3: X-Men: Apocalypse

© Twentieth Century Fox of Germany GmbH
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GerritH:

Der Film in 100 Worten: Nach dem desaströsen dritten Teil der alten Trilogie gab es mit X-Men: First Class ein Reboot, das seine Stärke aus neuen Akzenten zieht. In Days of Future Past räumte dann Bryan Singer das komplette Universum auf und inszenierte nun mit großer Freiheit den dritten Teil der neuen Trilogie, X-Men: Apocalypse. Doch entpuppt sich dieser überraschend ideenlos mit einem altmodisch-banalen Bösewicht, für den Oscar Isaac vergeudet wurde, und einem neuen Aufguss von allem, was die letzten beiden Filme so gut gemacht haben. Grundsätzlich schlecht ist das nicht, da man bei dem wenig Neues heraufbeschwörenden Konflikt Xavier/Magneto immer noch das überragende Duo McAvoy/Fassbender zu sehen bekommt. Doch tritt der Déjà-vu-Effekt zu häufig auf. Der große Pluspunkt des Films ist die neue Generation. Gut ausgearbeitete und fantastisch gespielte Charaktere wie Cyclops (Tye Sheridan), Jean Grey (Sophie Turner), Nightcrawler (Kodi Smit-McPhee) und Storm (Alexandra Shipp) machen Lust auf das nächste Abenteuer, welches dann hoffentlich auch einen ansprechenden Konflikt und neuen Ideen aufwartet.

Beste Szene: X-Men: Apocalypse hat einige großartige Einzelszenen zu bieten. So ist Quicksilvers (Evan Peters) Auftritt natürlich wieder genial und lustig, auch wenn auch diese Szene dem oben besprochenen Wiederholungsfaktor zum Opfer fällt. Auch das Auftreten eines alten Bekannten, welches leider im letzten Trailer gespoilert wurde, macht unfassbar Laune auf ein einen der kommenden Filme. Die beste Szene, die einen unerwartet aus dem Hocker reißt, ist jedoch still und emotional, wenn Magneto, der 10 Jahre incognito eine neue Identität aufgebaut hat, von seiner Welt eingeholt wird und seinem Schicksal in einem Wald stellen muss.

Schlechteste Szene: Es ist schwierig eine bestimmte Szene zu nennen, es ist mehr die oft viel zu lächerliche Präsenz von Apocalypse. Seine Beweggründe sind nicht nachvollziehbar und den Großteil des Films teleportiert er sich nur umher und versucht, wie die größte bisherige Bedrohung zu wirken, ohne einer solchen gerecht zu werden.

Zu empfehlen? Ja, mit Einschränkungen. Für einen Superhelden-Blockbuster wird man wunderbar unterhalten und bekommt tolle, neue Charaktere geboten, die auf eine rosige Zukunft des Franchises hindeuten. Doch sollte man nicht erwarten, entsprechend der letzten beiden X-Men-Filme viel neues zu sehen. Zumindest werden aber diese alten Stärken weiterhin gepflegt.

Bewertung: 7,5/10

© Twentieth Century Fox of Germany GmbH
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StephanH:

Der Film in 100 Worten: Im dritten Teil der zweiten X-Men-Trilogie sindzehn Jahre vergangen, seitdem Magneto, Mystique und Professor Charles Xavier das letzte Mal in der Öffentlichkeit zu sehen waren. Es ist 1983, die Mutanten sind mittlerweile in der Gesellschaft akzeptiert und jeder von ihnen verfolgt eigene Lebensziele. Doch diese Friedenszeiten scheinen sich dem Ende zu neigen, als der fünftausend Jahre alte Mutant Apocalypse aus dem Tiefschlaf erwacht und seine vier apokalyptischen Reiter um sich zu scharen beginnt. Damit beginnt erneut der Kampf zwischen den Mutanten, um das Ende der Welt zu besiegeln oder um es zu verhindern.

Beste Szene: Vier junge Mutanten verlassen das Kino und unterhalten sich über den gerade gesehenen Die Rückkehr der Jedi-Ritter. Die Diskussion über diesen Film und vor allem der Ausspruch „The third one is always the worst one“ amüsieren ungemein und solche selbstironischen Aussagen machen die X-Men-Filme immer wieder zu einer gelungenen Unterhaltung.

Schlechteste Szene: Der Vorspann ist erneut eine Enttäuschung. Da wird mit schlechten Computereffekten gearbeitet, die fünftausend Jahre zwischen dem alten Ägypten und dem endenden zwanzigsten Jahrhundert wieder einmal auf das NS-Regime und die Sowjetunion reduziert und ganz wild durch die Gegend gefahren, damit sich die 3D-Effekte auch auszahlen. Glücklicherweise ist das aber das einzige Manko an diesem Film.

Zu empfehlen? Ich mag die X-Men-Filme und kann ihnen immer viel abgewinnen, daher freue ich mich schon vorher wochenlang auf die neuen Veröffentlichungen. Auch dieses Mal ist der Cast sehr gut zusammengestellt, ob bereits bekannte Gesichter wie James McAvoy, Jennifer Lawrence oder neue Darsteller wie Oscar Isaac, der Apocalypse verkörpert, alles wirkt stimmig und vertraut und weiß innerhalb kürzester Zeit zu überzeugen. Nach dem etwas schwächelnden Days of Future Past wieder ein großartiger X-Men-Film, der eine gelungene Story bietet, humorvolle Komponenten zu bieten hat und dieses Mal überraschend international ist.

Bewertung: 9/10

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DieFilmguckerin:

Der Film in 100 Worten: Neue Mutanten, alte Bekannte, fiese neue Feinde. X-Men: Apocalypse wiederholt die Erfolgsrezepte seiner Vorgänger und präsentiert wie üblich eine angenehme Mischung aus Bekanntem und Neuem, verpaart mit exzellenten Special Effects und eindrucksvollen Bildern. Die Geschichte um Magneto sorgt für emotionale Eingebundenheit und auch die anderen Figuren gewinnen durch ihre weiteren Hintergründe und Handlungen an Dimension. En Sabah Nur (bzw. Apocalypse) wird als interessanter und überaus mächtiger Gegner inszeniert, der dem Geschehen die nötige Spannung verleiht. Eine angenehme Abwechslung ist auch die zunehmende Internationalität in X-Men: Apocalypse und der (erneut) sehr gut eingefangene Zeitgeist der 80er Jahre.

Beste Szene: Es gab viele sehr gute Szenen, deshalb ist es sehr schwer, sich für eine zu entscheiden. Neben der wieder einmal hervorragenden und gleichzeitig unheimlich witzigen Quicksilver-Szene, gefiel mir auch der Anfang sehr gut. Das Ganze mit war ein freundliches Kopfnicken in Richtung eines meiner Lieblings-Sci-Fi-Klassikers Stargate, in dem auch mit Ägyptern, Gottesanbetung und moderner Technologie umgegangen wurde. Mutanten in die Geschichte der Menschheit einzuweben, ist ein interessanter Kniff und erweitert (wie die internationalen Schauplätze insgesamt) den Tellerrand angenehmerweise über den amerikanischen Kontinent und die Neuzeit hinaus.

Schlechteste Szene: Sehr schwer zu finden. Hier und da gibt es Bilder, die offenbar eingebaut wurden, um den 3D-Effekt zur Wirkung zu bringen, was generell ein Problem ist. Und die Kampfszene in Westberlin wird durch einen sehr eigenartig Deutsch sprechenden Moderator geleitet – was in der Synchronisation vermutlich nicht mehr zu spüren sein wird. Wirkte dann doch irritierend und die filmische Illusion leider ein bisschen zerstört.

Zu empfehlen? Für Fans der Reihe ist der X-Men: Apocalypse absolut empfehlenswert. Bekannte Motive und Charaktere werden aufgenommen und interessant weiterentwickelt, Neuerungen elegant in Bestehendes eingewebt. Abgesehen davon sind es vor allem die Bilder (ich sage nur: Vernichtung der Welt) und die Stimmung, die überzeugen. Zuschauer ohne Vorwissen werden vermutlich nicht jeden Hinweis sofort verstehen, doch auch als alleinstehendes Werk sollte der Film verständlich sein.

Bewertung: 9,5/10

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