Die kritischen Drei: Arlo & Spot

© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH
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diefilmguckerin:
Der Film in 100 Worten: „Show, don’t tell“ – eine der wohl bekanntesten filmischen Regeln wird direkt zu Beginn von Arlo & Spot in Perfektion umgesetzt. Der Komet hat überraschenderweise die Erde verfehlt, Menschen und andere Säuger sowie alle Arten von Dinosauriern bevölkern nun gemeinsam unsere schöne Welt. Diesem Einstieg folgt ein wilder Genre-Mix mit Western-Einflüssen (inklusive Clint-Eastwood-Dinosaurier), All-American-Lifestyle mit Dino-Farmern, atemberaubend schöne 3D-Landschaften, die sich rein ästhetisch mit den knuddelig dargestellten Dino-Charakteren beißen und eine Story, die mehr als einmal an König der Löwen erinnert. Arlo & Spot vermag zu unterhalten und stellenweise zu belustigen, trotzdem ist es wohl einer der schwächeren Pixars-Filme.
Beste Szene: Arlo und Spot fressen angegammelte Füchte und schieben einen trippy Trip. Ich habe sehr gelacht.
Schlechteste Szene: Die „Ich-habe-auch-Angst“-Rede von Clint Eastwood/Cowboy-T-Rex. Gleiche Moral wie Mufasa, nur blöder gemacht.
Zu empfehlen? Die Kinder im Kino hatten hörbar Spaß – für Familien mit Kindern könnte Arlo & Spot demnach was sein. Alle anderen können sich das Geld für das Kinoticket sparen und sich das Ganze später im Heimkino reinziehen.
Bewertung: 5,5/10
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH
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StephanH:
Der Film in 100 Worten: Der junge Dino Arlo möchte seinen Beitrag zum Familienalltag leisten, nur ist er für die an ihn aufgetragen Aufgaben zu ungeschickt oder zu zögerlich. Er muss miterleben, wie sein Vater verstirbt, bevor auch er vom Fluss mitgerissen wird. Als er wieder erwacht, befindet er sich an einem ihm unbekannten Ort und wird von Spot begleitet, dem Neandertalerjungen. Die beiden erleben Abenteuer, die sie nur dank ihrer Zusammenarbeit bewältigen können, machen neue Bekanntschaften auf ihrem Heimweg und lernen mehr über sich und den anderen, bis sie schließlich beste Freunde werden.
Beste Szene: Generell sind in allen Szenen die Landschaftsmotive sehr schön umgesetzt und wirken sehr realistisch. Die beste Szene ist zu Beginn, als ein Komet nicht auf der Erde einschlägt und somit die Dinosaurier am Leben bleiben. Sowohl die Spannung, deren Auflösung als auch die grafische Umsetzung sind sehr gelungen.
Schlechteste Szene: Jede Szene, die aus Der König der Löwen adaptiert wurde, ohne sich die Mühe zu machen, den Wortlaut zu verändern.
Zu empfehlen? Dieser Film bietet sich an für gemeinsame Kinobesuche mit jüngeren Kindern. Ansonsten ist der Film leider ziemlich einfallslos, bedient sich aus dem Repertoire anderer Disney-Filme und erreicht nicht annähernd die Qualitäten von Alles steht Kopf, der dieses Jahr wieder einmal gezeigt hat, zu welchen Glanzleistungen die Pixars-Studios fähig sind.
Bewertung: 3/10 Punkte
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH
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GerritH:
Der Film in 100 Worten: Es hätte das Jahr für Pixar werden können, im Gegensatz zu den vielen kommenden Sequels bekamen die Zuschauer gleich zwei originelle Werke vorgesetzt. Dies trifft auch wirklich für Inside Out zu, welcher einer der besten Pixar-Filme aller Zeiten ist, The Good Dinosaur entpuppt sich aber zu einer geradezu respektlosen Kopie von The Lion’s King, kommt er bei weitem nicht an Charme, Witz und Emotionalität davon ran. Auch technisch gesehen ist der Film inkonsistent. In atemberaubend großartig animierten Landschaftsaufnahmen laufen viel zu simpel ausgearbeitete Dinosaurier rum, was auch, schlimmer noch, für die Charakterzeichnung gilt. Arlo ist nur eine Schablone als Hauptcharakter, die ganze Haustier-Analogie mit dem Menschen Spot ist an manchen Stellen ganz witzig, hat aber keine brauchbare Aussage parat. Gleiches gilt für den ganzen Film, an dem sogar Kleinkinder wenig Gefallen finden würden, fehlt dafür eine angemessene Anzahl an witzigen Szenen.
Beste Szene: Die Anfangsszene macht sofort Lust und ist gleich die witzigste Szene des Films. Detailliert wird die Entstehung eines Meteoriten gezeigt, der dann auf die Erde zurast, nur um diese knapp zu verfehlen. Ein paar exzellent animierte (!) Dinos blicken auf und grasen nach kurzer Pause auf. Nicht nur der Witz und die Animation wissen in dieser Szene zu überzeugen, auch bekommen wir die Gegebenheit dieser (Parallel-)Welt ohne Löffel-fütternden Voice-Over nur in Bildern präsentiert. Besseres Storytelling hätte man nicht benutzen können.
Schlechteste Szene: Der Tod von Arlos Vater konnte die emotionale Gewichtung einer solchen Szene nicht rüberbringen. Zum einen war dieser schon etliche Minuten vorher zu erahnen, zum anderen ist es fast eine 1-zu-1-Abkupferung von Mufasas Tod in The Lion’s King abzüglich eines böswilligen Bruders. Das ist nicht nur enttäuschend sondern auch beleidigend.
Zu empfehlen? Ein klares Nein. Selbst Eltern mit sehr kleinen Kindern würden ein besseren Nachmittag mit der DVD/Bluray von The Lion’s King haben als bei einem Kinobesuch mit The Good Dinosaur.
Bewertung: 2,5/10

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