Die Oscars 2014

Oscar Statuettes

Ein unruhiger Traum, eine Nachricht aus der Zukunft gesendet an mein Unterbewusstsein: Ich sehe mich selbst zu unchristlichen Zeiten vor dem Fernseher, die amerikanische Late-Night-Talkerin Ellen Degeneres modiert gekonnt eine glamouröse Gala und benutzt das böse F-Word, Jennifer Lawrence trägt ein hübsches Kleid, das trotzdem noch am selben Abend zu einem Internet-Meme werden wird, Tränen fließen, ungewollte Küsschen werden verteilt. Ein geknickter Leonardo DiCaprio blickt gerade neidisch zum eben gekürten Besten Hauptdarsteller Matthew McConaughey, als er den unglücklichen Ausdruck im Gesicht seines geschätzten Freundes und Regisseurs seines Herzens Martin Scorsese erblickt. Die Academy setzt ein Zeichen und zeichnet nicht nur „12 Years a Slave“ als Besten Film, sondern auch Steve McQueen als Besten Regisseur aus, womit der Altmeister wieder einmal leer ausgeht. Ein einziger, müder Oscar muss dem kleinen Mann aus Little Italy wohl reichen.

Mehr als einen Oscar besitzt die Grande Dame Hollywoods, doch vorerst wird es bei Meryl Streep wohl bei Drillingen bleiben, wird doch stattdessen Sandra Bullock für ihre One-Woman-Show im Weltraum-Drama „Gravity“ als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Als ausgezeichnete Nebendarsteller können sich der für seine Rolle abgemagerte und in Frauenkleidung gesteckte Jared Leto und Sally Hawkins über Goldjungen freuen – und was für eine lustige Frisur der Jared da wieder hat! Tolle Drehbücher gabs im vergangenen Jahr auf jeden Fall auch, deshalb dürfen jetzt endlich auch mal einige Menschen aufs Treppchen, die ihr Gesicht üblicherweise nicht ständig in die Kamera halten. So kommt auch der etwas schräge „Her“ sowie erneut „12 Years a Slave“ an einen Oscar. Das Ganze plätschert weiter an Kamera- und Kostümdesign vorbei, „Die Jagd“ schlägt „La Grande Bellezza“ in die Flucht und am Ende tanzen alle zu „Happy“ von Pharrell Williams. Was für ein schöner Abend!

8 Comments

  1. Genau so wird´s werden, mit ihrem Glaskugelblick sollten sie an der Börse agieren. Matthew hat das goldene Männel schon verdient, weil auch sein Miniauftritt in „Wolf of the Wall Street“ – oscarverdächtig ist.

    1. Möglicherweise sendet mein Gehirn ja demnächst auch börsenbezogene Vorhersagen. Ich sage Bescheid 😉 Matthew McConaughey hat einfach alles gemacht, was man so machen kann, wenn man einen Oscar will: Mach dich hässlich, nimm richtig viel ab und leg eine für dich ungewöhnliche Performance hin. Fertig! Der Leo war bis jetzt einfach immernoch zu hübsch.

  2. Das wären ja richtig gute Oscars! 😀
    Aber ich glaub es wird ganz anders und schlimmer ablaufen.
    „Gravity“ bekommt wohl die meisten Technik Oscars.
    „American Hustle“ wird bei den wichtigen Oscars am Meisten abräumen und „12 Years“ wird zum Loser.
    „Wolf of Wall Street“ wird leer ausgehen und „Die Große Schönheit“ gewinnt den Auslandsoscar. Das wird was ^^

  3. Ach der arme Leo! 🙁 Aber sonst … Eine Oscar-Nacht ganz nach meinem Geschmack. Und eine überaus schöne Art über die Oscar-Nominierungen zu bloggen. Werd ich mir für nächstes Jahr einfach mal im Hinterkopf behalten. 😉

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