Die Peanuts – Der Film

Peanuts - The movie
© 20th Century Fox/Peanuts Worldwide LLC

Es ist soweit. Charlie Brown, der allseits bekannte Tollpatsch, kommt mit seinem ersten 3D-Film ins Kino und bringt all seine Freunde mit, die auch in ihren gewohnten Rollen aufgehen. Die Geschichte ist schnell erzählt: Das rothaarige Mädchen kommt neu in seine Klasse und Charlie Brown beschließt, die Chance zu nutzen, um sein altes Image vom ewigen Verlierer abzulegen. Dass ihm dies nicht so leicht gelingen wird, ist jedem Peanuts-Freund bewusst.

Dabei stellen sich viele Fragen: Kann aus zweidimensionalen Comicstrips eine längere Geschichte geschaffen werden, die sowohl durch ihren Verlauf als auch durch ihre Dreidimensionalität zu überzeugen weiß? Bieten die Figuren genügend Potential, um einen gesamten Film tragen zu können?

Diese Fragen lassen sich glücklicherweise bejahen, denn es gelingt dem Team um Steve Martino, die Entwicklung von Charlie Brown nachvollziehbar zu erzählen, die Beziehungsgeflechte der Kinder, Snoopy und Woodstock miteinander sinnvoll darzustellen und die Eigenheiten jedes einzelnen Charakters hervorzuheben.

Der Film verlässt bewusst niemals vollständig seine Comic-Ebene. So werden für die Erinnerungssequenzen einzelne Bilder aus den Comicstrips verwendet, einige Geräusche comichaft illustriert und auch bekannte Bilder wie von Charlie Brown und Linus an der Brücke verwendet, so dass der geneigte Fan auf seine Kosten kommt und nebenbei einige Dinge erfährt, die bisher ungeklärt waren. Ob es das Aussehen des rothaarigen Mädchens betrifft, der Van Gogh in Snoopys Hundehütte oder einen sauberen Pig Pen, all dies wird zum ersten Mal gezeigt und erfreut den Peanuts-begeisterten Zuschauer.

Neben der Hauptgeschichte wird auch Snoopys Autorentätigkeit verwendet, um in einem episodenhaft erzählten Nebenstrang seine alte Rivalität mit dem Roten Baron aufleben zu lassen. Dafür wird auch die Hundehütte wieder in ein Flugzeug umfunktioniert, das häufig abgeschossen wird, und Fräulein Fifi muss vom bekannten Flieger-Ass befreit werden. Dabei dient die Nebengeschichte immer wieder als charmantes Intermezzo und unterstützt nebenbei den zeitlichen Verlauf der Handlung.

Das einzige, was leider weniger gut gelungen ist, ist der Titelsong Better When I’m Dancing von Meghan Trainor, der nicht in das vertraute Peanuts-Ambiente zu passen scheint. Hingegen gelingt aber der Einsatz des bekannten Themas besser, das die Erinnerung an die alten Zeichentrickfilme neu erweckt. Warum dieses in unterschiedlichen Variationen oder andere in der Serie vewendete Songs nicht ausschließlich genutzt wurden, erschließt sich zwar, da der Film auch ein jüngeres Publikum ansprechen will. Ob diese Entscheidung jedoch sinnvoll ist, muss ernsthaft angezweifelt werden.

Generell ist Die Peanuts – Der Film aber ein sehr gelungenes Werk, das ältere und jüngere Fans zu begeistern weiß. Zwar ist der Einsatz der Musik häufig nicht nachvollziehbar, aber dafür wissen der Humor und die Geschichte zu überzeugen. Und so gelingt es auch, die Figuren in ihrer Gänze darzustellen und für jede einzelne die Sympathie beim Zuschauer zu erwecken. Insgesamt ein sehr gelungener Animationsfilm, der Spaß bietet, aber auch zu Tränen zu rühren weiß, der sowohl alteingessene als neue Peanuts-Fans überzeugen kann. Insgesamt gelingt es überraschend gut, die Peanuts in 3D zu präsentieren und gleichzeitig Gimmicks für Fans der Comicstrips zu integrieren.

Bewertung: 8/10

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