Die Plakatkritik: Anhedonia – Narzissmus als Narkose

© Interzone Pictures
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Plakate können so vieles sein: Inspirierend, verstörend, ätzend oder einfach nur genial. Ab sofort beschäftigen wir uns hier mit Plakaten, die unsere Aufmerksamkeit erregt haben, ob auf angenehme oder weniger schöne Art.

Gezeichnete Plakate sind rar geworden, umso größer ist die Freude, wenn es welche gibt, die auch noch visuell so ansprechend gestaltet sind. Dabei stellen sich einem direkt mehrere Fragen bei der Betrachtung. Was ist Anhedonia? Warum sind manche Charaktere blau gezeichnet, andere wiederum rot? In welcher Zeit spielt dieser Film? Warum erinnert der Hund an Sarah Jessica Parker in Mars Attacks? Was hat es mit den drei Figuren auf sich, die auf dem Schriftzug spazieren?

All diese Fragen kann und will dieses Plakat nicht beantworten und das ist lobenswert, wird einem doch meistens schon mit dem Poster die gesamte Handlung eines Films verraten und lässt somit kaum noch Überraschungen zu. Genau dagegen wird hier gearbeitet, denn in diesem schönen Zeichenstil sind Rätsel verborgen, deren Lösung erst beim Sehen des Films gelöst werden können. Dies gilt auch für den Untertitel, der passend und kein fader Zusatz zu einem guten Filmtitel ist.

Die Vereinigung der unterschiedlichen Epochen auf diesem Plakat weiß zu beeindrucken, so muten manche Figuren an, als ob sie dem Zeitalter des Impressionismus entsprängen, während andere eher der Wiener Secession oder dem Zeitalter der Französischen Revolution zuzuordnen sind. Auf Grund der Vielfalt der Figuren und Epochen gelingt keine Verortung und regt die Neugier zusätzlich an.

Diese Diversität zeigt sich auch im Cast, so sind beispielsweise neben Robert Stadlober auch Blixa Bargeld und Dirk von Lowtzow aufgeführt, die eher für ihre musikalischen Projekte bekannt sind, deren Vereinigung in einem Film aber hohe Erwartungen erzeugen. Wie diese dann umgesetzt werden, bleibt abzuwarten.

Wer sich all diese Fragen bewahren will, sollte daher auf Inhaltsangaben verzichten, die sich bereits im Netz tummeln und stattdessen am 31. März ins Kino begeben, um sich auf ein unbekanntes Abenteuer  einzulassen. Wenn dieses nur annähernd so gut wird wie das Plakat, hat der Regisseur Patrick Siegfried Zimmer alles richtig gemacht.

Bewertung: Sehr gelungenes Plakat, das in sich rundum stimmig ist. Bitte mehr davon!

 

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