Die Plakatkritik: Long Nights Short Mornings

© Relentless Filmz
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Plakate können so vieles sein: Inspirierend, verstörend, ätzend oder einfach nur genial. Ab sofort beschäftigen wir uns hier mit Plakaten, die unsere Aufmerksamkeit erregt haben, ob auf angenehme oder weniger schöne Art.

Sieben Gläser, sieben Geschichten. Auf dem Filmplakat zu Long Nights Short Mornings sind überraschenderweise einmal keine Schauspielerköpfe zu sehen. Stattdessen wird mit dezentem Design die Aufmerksamkeit des Betrachters auf ein winziges Detail des Films gerichtet. Das halbleere Whiskyglas: das Symbol schlechthin für eine melancholisch durchzechte, einsame Nacht an der Bar.

Dass dieses Symbol vom Betrachter weitergedacht und in kleine Geschichten verwoben werden kann, ist das Besondere an dem Plakat zu Long Nights Short Mornings. Neben dem eindeutigen Gefühl bzw. der Atmosphäre, die sich durch das Vorwissen des Betrachters aufbauen kann, verstärken die verschiedenen Zustände der Gläser den Effekt der Narration. Das erhöht wiederum das Interesse an dem Film, der sich hinter diesem schicken Plakat verbirgt.

Neben den verschiedenen Gläsern, die durch ihre interessante grafische Gestaltung und ihr begrenztes, aber genau richtig eingesetztes Farbspektrum überzeugen, sticht auch die Typografie hervor. Die formschöne Serifenschrift im Titel setzt einen guten Schwerpunkt gegen die Gläser und führt das Auge des Betrachters elegant weiter zu den dezenten Credits im unteren Teil des Plakats. Diese bilden einen farblichen Kontrast zu den knalligen Farben der Gläser, lenken den Fokus aber nicht zu sehr auf sich.

Bewertung: Ein dezentes, aber gleichzeitig interessantes Plakat. Beim näheren Hinsehen fällt allerdings die wenig ästhetische Ausarbeitung der Gläser auf – ein etwas rauerer Stil wie bei einem Druck hätte sicherlich besser ausgesehen.

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