Die Plakatkritik: The Assignment

Plakate können so vieles sein: Inspirierend, verstörend, ätzend oder einfach nur genial. Ab sofort beschäftigen wir uns hier mit Plakaten, die unsere Aufmerksamkeit erregt haben, ob auf angenehme oder weniger schöne Art.

Zack, die Tür geht auf, herein stürmt Lara Croft und schwingt ihre Wummen. Kaboom – in Zeitlupe richtet sie eine davon auf den großen Braunbären links oben (sauber aus dem Bild getrennt), die andere auf das grausige Schauspiel, das sich ihr frontal darbietet. Swoosh, Gegenschuss: ein Operationssaal wie aus dem Horrorfilm, ein bisschen speckig, ein bisschen düster. Inmitten dieser Szenerie befindet sich Sigourney Weaver, ein Chirurg schnibbelt gerade hochkonzentriert an ihrem hinteren Körperende herum, die gute Frau ist selbstverständlich ein Zentaur mit sehr kurzen Beinen (sauber aus dem Bild getrennt). So weit zu den Charakteren von The Assignment.

Kommen wir zur Gestaltung. Das Gute zuerst: auf dem Plakat sind in prominenter Position zwei Frauen abgebildet, eine davon ist Sigourney Weaver. Das war’s dann auch schon mit den positiven Attributen dieses Druckerzeugnisses. Es erscheint auf den ersten Blick so unschuldig, hat es aber doch faustdick hinter den Ohren. Wer schon einmal etwas von Gestaltung gehört hat (und die Person, die dieses Plakat verzapft hat, gehört möglicherweise nicht zu diesem erlauchten Personenkreis), kennt das Prinzip der optischen Mitte. Dieses Prinzip sorgt hier nicht nur eindrucksvoll dafür, dass der Titel viel zu weit unten erscheint, sondern zerquetscht auch die arme Sigourney Weaver. Sie ist so unangenehm und wenig im Gleichgewicht ins Bild gesetzt, dass nicht nur das volle Gewicht von Michelle Rodriguez, sondern auch die dicke, fette Typo auf ihr lastet. Autsch. Einmal die beiden Bilder getauscht und das Leben könnte so schön sein. Zu der allgemeinen Verwirrung trägt zu allem Überfluss auch noch die schräge Schrift in geraden Formen bei. Kann man generell machen, wirkt hier aber nur uninspiriert.

Bewertung: Eine sehr abgenudelte Action-Pose oben und eine zerquetschte Schauspielgröße unten. Nein danke.

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