Die Plakatkritik: The Transfiguration

Plakate können so vieles sein: Inspirierend, verstörend, ätzend oder einfach nur genial. Ab sofort beschäftigen wir uns hier mit Plakaten, die unsere Aufmerksamkeit erregt haben, ob auf angenehme oder weniger schöne Art.

„BÄNG, BOOM, POW!“, ruft die rote Farbe, bevor sie ungebremst den Sehnerv penetriert. Und OH, wie schön die Kante flimmert, wenn der Blick auf die scharfe Grenze zwischen kreischendem Rot und bedrohlichem Schwarz streift! Hübsch ausgewogen fügt sich eine schnörkellose Serifenlose ins Geschehen ein und bildet zusammen mit zwei Logos ein ernstes Mondgesicht. Wie makellos könnte doch dieses Poster sein, wenn die drei nicht so frech ein neues Motiv bilden würden – Logos weg, Schrift nach oben oder wenigstens auf einer Linie mit dem Fuß – zack, fertig, Superplakat. Kritik auf hohem Niveau zweifellos – erfreut das Ganze das Auge doch trotzdem noch ungemein.

Dem hippen jungen Mann übrigens steht zweifellos nichts Gutes bevor, rutscht doch die das komplette Motiv in einer steilen Talfahrt Richtung Abgrund. Und unten lautert (der geneigte Filmfan hat es wohlmöglich schon erraten) kein Geringerer als Nosferatu, Ältester und Unheimlichster aller Vampire. Wir fassen zusammen: Dieser Film handelt von einem jungen Mann, der sich in aller Heimlichkeit zu einem gruseligen Vampir transfiguriert, ja quasi in diese Lebensform abrutscht, ihr immer mehr verfällt, hinzu kommt eine Menge Blut: und das alles erzählt diese Plakat mit wenigen Mitteln.

Bewertung: Minmalistisch und gleichzeitig auffällig kommt das Plakat für The Transfiguration um die Ecke und verblüfft mit Grundkonstruktionen der Handlung auf kleinstem Raum. Viel besser geht’s nicht.

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