Die Plakatkritik: Wonderstruck

© Amazon Studios

Plakate können so vieles sein: Inspirierend, verstörend, ätzend oder einfach nur genial. Ab sofort beschäftigen wir uns hier mit Plakaten, die unsere Aufmerksamkeit erregt haben, ob auf angenehme oder weniger schöne Art.

Wenn Inhalt und Form beschwingt Hand in Hand gehen und sich dabei verliebt in die Augen schauen, handelt es sich häufig um besonders gelungene Gestaltung. So zu finden auf diesem wirklich ansehlichen Plakat zu Todd Haynes Film Wonderstruck. Es besticht nicht nur durch die filigranen an Federzeichnungen erinnernde Darstellung zahlloser Tiere, die an alte Biologiebücher denken lässt, sondern auch durch das sofort ausgelöste Verlangen, diesem Bild ein wenig Farbe zu verleihen. Da in diesem Film augenscheinlich Kinder die tragende Rolle spielen, ist diese Analogie zum Ausmalbild ein hervorragender Kniff, der auch ästhetisch viel hermacht.

Neben der schönen Gestaltung ist das Plakat aber auch noch mit jeder Menge Hinweise über die mögliche Handlung des Films ausgestattet, die der aufmerksame Betrachter, gleich einem Kinderspiel oder Rätsel suchen und entschlüsseln kann. So scheinen die beiden Kinder in verschiedenen Zeiten zu leben, gibt es doch auf seiner Seite eine moderne Gebäude, Leuchtreklame und Schallplatten, auf ihrer Seite einen Oldtimer und eine alte Straßenbahn. Als verbindendes Element legt sich ein imposanter Torbogen über die Szenerie, was auf einen möglichen gemeinsamen Ort hinweist – vielleicht ein Naturkundemuseum?

Was auch immer sich in der Handlung verbirgt, dem Plakat gelingt es spielerisch Interesse zu wecken und ist gleichzeitig sehr schön anzusehen. Perfekt. Das Ausmalen könnte dann jetzt starten.

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