Die Schöne und das Biest (2014)

© Concorde
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Bei Die Schöne und das Biest denkt man vermutlich erst einmal automatisch an Disneys Zeichentrickmusical von 1991. Tatsächlich aber basiert dieses auf einem französischen Volksmärchen und so sollte man von einer französischen Realfilmadaption nicht allzu überrascht sein.

Nachdem ein Händler auf der Reise nach Hause bei einem scheinbar verlassenen Schloss eine Rose pflückt, erscheint ein Biest, das ihn für dieses Vergehen auffordert, ihm seine Tochter auszuliefern: une vie pour une rose – ein Leben für eine Rose. Als Belle, die Tochter des namenlosen Kaufmanns, bei seiner Rückkehr von diesem Deal erfährt, zögert sie nicht, sich gegen den Willen ihres Vaters aufs Pferd zu schwingen und sich dem Biest selbst auszuliefern.

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Die Schöne und das Biest ist vor allem eines: bildgewaltig. Die Kameraführung ist makellos und in Verbindung mit den mehr als gelungenen Effekten liefern uns Regisseur Christophe Gans (Pakt der Wölfe) und Kameramann Christophe Beaucarne einen wahrhaftigen Märchenfilm. Der Fokus liegt eindeutig darauf, visuell zu überwältigen, und Gans schafft es damit auch sehr gut, von ein paar Unzulänglichkeiten abzulenken.

So schadet dem Film beispielsweise ein wenig die gewählte Erzählweise in Form einer vorgelesenen Geschichte, insbesondere durch das somit vorhersehbare Ende. Zu oft wurde dieser Kniff schon angewendet, was an sich nicht schlimm wäre, doch abgesehen von ein bisschen zusätzlicher Laufzeit bei ohnehin schon fast zwei Stunden Gesamtdauer trägt es nichts zum Film bei. Stattdessen hätte man mehr Szenen mit den im Schloss wohnenden Hundewelpen einbauen können oder sollen, die für eine gewisse Leichtherzigkeit sorgen, aber viel zu selten und zu kurz zum Einsatz kommen.

Mit Ausnahme der Darsteller der titelgebenden Figuren bleibt das Schauspiel unbeeindruckend. Es ist beileibe nicht schlecht – alle machen ihre Sache gut genug, um den Zuschauer nicht aus dem Filmgeschehen zu reißen -, aber große Momente lässt die Darbietung vermissen. Besonders hervorzuheben ist Vincent Cassel. Sein Spiel und seine Stimme vermitteln überzeugend die mystische Aura des Biestes.

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Als Einzelszene hervorgehoben werden soll hier ein Tanz zwischen Belle und dem Biest, um den sie ihn bittet. Im Gegenzug hat er ihr einen letzten Tag mit ihrer Familie zu gewähren. Dieser Tanz ist nicht nur wunderschön inszeniert (dieser Film ist visuell eine Wucht!), sondern auch eines der wenigen Zeichen von Romantik, welche auf den ersten Blick generell etwas zu kurz kommt. Nur subtil werden die Gefühle zwischen den Protagonisten gezeigt. Man muss sich ganz auf diesen Film einlassen, in ihm versinken, um hinter die Fassade von technischer Spielerei und opulenter Optik sehen zu können. Selbst dann aber bleibt Belles Wandel gegen Ende ein wenig überraschend und vielleicht auch unglaubwürdig – aber es ist nun mal ein Märchen und daher soll an dieser Stelle weitgehend auf eine gar zu strenge Rationalisierung verzichtet werden.

Fazit: Trotz nicht von der Hand zu weisenden Schwächen im narrativen Bereich bleibt Die Schöne und das Biest ein wahrlich märchenhaftes Erlebnis.

Bewertung: 8/10

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