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Dragon Ball Z: Resurrection ‚F‘

© 20th Century Fox

Ich habe lange keinem Film so entgegengefiebert wie diesem. Teaser und Poster sprachen mich an, das neue Design der Kleidung lud zu Spekulationen ein und der bleibende Eindruck des Vorgängers Kampf der Götter bot eine gute Basis für hohe Erwartungen. Dragon Ball Z: Resurrection ‚F‘ ist nur für Kenner der Materie, er eignet sich nicht als Einstieg. Wer Kampf der Götter nicht gesehen hat, wird mit dem Nachfolger nichts anfangen können. Wenn man ihn mit dem nötigen Vorwissen anschaut, ist es ein guter Film – allerdings mit einigen signifikanten Schwächen.

Die Ausgangssituation ist recht simpelt: Zwei Soldaten aus Freezers ehemaliger Armee suchen auf der Erde die Dragonballs zusammen und wünschen sich die Wiederbelebung ihres Herrn.

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Freezer ist vielleicht der beste Bösewicht, den das Dragonballuniversum zu bieten hat, und stellt eine sehr gute Wahl für einen Filmantagonisten dar. Nun mag man an dieser Stelle einwenden, dass er seinerzeit sicher ein furchteinflößender Gegner war, im aktuellen Geschehen aber nicht mal zum Sparringspartner für unsere Helden taugen würde. Viele Filme haben Probleme mit wiederbelebten Charakteren in Sequels, weil es oft hanebüchene Erklärungen für ihre Rückkehr gibt, hier jedoch hat man eine in meinen Augen sehr gute und schlüssige Lösung gefunden. Bevor er auf Son-Goku traf war Freezer für sich, sein Gefolge und seine Gegner das stärkste Wesen im Universum – man erinnere sich an Meister Kaios panische Angst vor ihm. Aus diesem Grund hat Freezer in seinem ganzen Leben kein einziges Mal trainiert. Die Erklärung ist glaubwürdig und kohärent mit dem bisherigen Kanonmaterial, so ist Freezer beispielsweise auf Namek ja nicht einmal selbst geflogen, sondern benutzte eine Art fliegenden „Rollstuhl“. Dieses Defizit holt er nun nach und erreicht dadurch eine weitere Entwicklungsstufe, deren größter Unterschied – abgesehen natürlich vom immensen Kraftzuwachs – zur vormals letzten Stufe ein goldener Körper ist. In dieser Form stellt er eine echte Gefahr für Saiyajingott Son-Goku dar.

Am Ende des Trailers sorgt Freezers Satz „This is going to be quite the epic battle my old nemesis“ für Gänsehaut und Vofreude und ja verdammt, quite the epic battle hätte es auch werden können. Im Kampf gegen Freezer wird eine Möglichkeit des weiteren Verlaufs angedeutet, die ein fantastisches Ende abgegeben hätte, das perfekt zu allem gepasst hätte was bisher in Dragon Ball passiert ist. Wäre sie realisiert worden, hätte dies den Film meiner festen Überzeugung nach auf eine 9/10 oder vielleicht sogar eine 10/10 hätte katapultieren können. Leider hat man sich, anders als noch in Kampf der Götter, für einen langweiligen aber sicheren Ausweg entschieden, statt sich etwas zu trauen. Darüber hinaus wurde das Ende bereits recht früh im Film in Form einer kleinen Info vorweggenommen.
Auch in der restlichen Storyline verschenkt der Film einiges an Potenzial; er hatte alle Chancen, ein Meisterwerk zu werden, bleibt aber leider „brav“ und teilweise formelhaft.
Auftritte von Kämpfern wie Muten Roshi sind zwar aus einer nostalgischen Sichtweise heraus schön und auch gut inszeniert, aber bei allem Respekt vor dem Alter: Muten Roshi hat seit der Red Ribbon Armee nichts mehr zu melden und würde von einem Soldaten Freezers im Nu ausgelöscht werden.

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Die Stärken von Dragon Ball sind neben der Story immer die Kampfszenen und der Humor gewesen. Beides kommt auch hier wieder nicht zu kurz, allerdings wurde bei Resurrection ‚F‘ die Story zugunsten der Action vernachlässigt. Das sind vielleicht Nachwirkungen der Kritik an Kampf der Götter, welcher eine franchisebezogen sehr geringe Actiondichte aufwies. Die Kampfchoreographien basieren vornehmlich auf traditionellen Kampfkünsten, etwas von dem man sich vor allem gegen Ende der Originalserie immer mehr distanziert hatte. Diese Rückbesinnung ist auf jeden Fall ein Gewinn.

Objektiv ist Dragon Ball Z: Resurrection ‚F‘ eher bei einer 7 zu verorten, ich stehe aber dazu, ihm einen Fanboypunkt extra zu geben, denn trotz der Mängel im Skript beinhaltet er viel von dem, was Dragon Ball ausmacht. Kampf der Götter ist dennoch der bessere Film.
Übrigens sorgte der Streifen dafür, dass Japan das einzige Land ist, in dem Furios 7 am Eröffnungswochenende nicht den ersten Platz im Box Office einnahm – und allein das ist schon ein cineastischer Gewinn.

Bewertung: 8/10

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