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Eddie the Eagle – Alles ist möglich

© 2016 Twentieth Century Fox

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Michael Edwards hat nur einen Traum, den er seit seiner Kindheit verfolgt. Er will einmal bei den olympischen Spielen antreten, doch in jeder Sportart, in der er sich versucht, ist er zum Scheitern verurteilt. Selbst unter größten Anstrengungen muss er sich anhören, dass seine Leistungen nicht ausreichen und er es nicht zum olympischen Sportler bringen wird. Er beschließt, nach Deutschland aufzubrechen, um sich als Skispringer zu versuchen.

Die Vorgeschichte von Edwards, besser bekannt als Eddie the Eagle, ist angenehm zügig erzählt und schon hebt er zum ersten Mal von einer Skisprungschanze ab. Ab diesem Zeitpunkt konzentriert sich der Film auf die Ausarbeitung der Charakteristika von Michael Edwards, der sich durch einen starken Durchhaltewillen, einer Treue zu sich selbst, Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit und einer hohen Schmerzbereitschaft auszeichnet. Wird er anfangs von den anderen trainierenden Sportlern dafür verhöhnt, dass er erst mit 22 Jahren zu trainieren beginnt, gelingt es ihm im Verlauf, sich ihren Respekt für seinen Mut zu erarbeiten und sie für sich zu begeistern.

© 2016 Twentieth Century Fox

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Die Rolle des Michael Edwards übernimmt Taron Egerton, der nach Kingsman: The Secret Service in seiner zweiten Hauptrolle zu sehen ist. Bereits als Gary Unwin bewies er ein großes Talent, seiner Figur eine Wandlung zuteil werden zu lassen, die überraschend ist. Mit der Performance in Eddie the Eagle zeigt er, dass er noch mehr zu bieten hat. So übernimmt er die typischen Mimiken und Gestiken von Edwards und kommt dem Original damit sehr nahe. Dabei ist ihm der Respekt vor Edwards anzumerken, denn häufig findet er sich unfreiwillig in humorvollen Szenen wieder, die er bewältigt, ohne Edwards zu karikieren. Eine Gratwanderung, der er sich stellt und mühelos bewältigt.

Neben Taron Egerton sind auch die Nebendarsteller großartig besetzt, wobei vor allem die bunte Mischung des Casts ins Auge fällt. Hugh Jackmann übernimmt die Rolle des Bronson Peary, einem zynischen, ständig trinkenden und rauchenden ehemaligen Skispringer, der sich dazu entschließt, Michael Edwards zu trainieren. Außerdem sind Christopher Walken als Warren Sharp, dem früheren Trainer von Bronson Peary, und Iris Berben als Petra, die lebensfrohe und immer leicht sexuell angehauchte Wirtin einer Ski-Bar zu bewundern.

Besonders lobenswert neben den Schauspielern, die alle sehr viel Spaß an ihren Figuren verströmen, ist auch der Soundtrack, der den Flair der 1970’er und 80’er einzufangen weiß. So drischt hemmungslos ein Synthesizer auf den nächsten ein und es entsteht ein gelungenes Zusammenspiel zwischen Musik und Film, das bis zum Ende aufrecht erhalten wird und dadurch in seiner Vielfalt zu unterhalten weiß, ohne bekannte Songs zu integrieren. Eine Entscheidung, der Respekt gezollt werden muss, denn die meisten anderen Filme würden sich vor einem solchen Wagnis scheuen. Stattdessen würde wenigstens ein bekanntes Lied eingestreut werden, um den Zuschauer einfacher ansprechen zu können. Dass dies in Eddie the Eagle – Alles ist möglich nicht geschieht, ist eine der großen Stärken dieses Films.

© 2016 Twentieth Century Fox

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Das einzige Manko sind die emotional überladenen Szenen zwischen Michael Edwards und Bronson Peary. Natürlich ist dem Zuschauer bewusst, dass eine Zusammenarbeit zwischen zwei so widersprüchlichen Charakteren schwer fällt. Die ausufernde Darstellung dieser Problematiken missfällt  aber doch. Der Film hätte besser funktioniert, wenn der Fokus stärker auf die Storyline gelegt worden wäre.

Insgesamt ist Eddie the Eagle – Alles ist möglich aber eine sehr gelungene Komödie, die mit ihren Figuren spielt, ohne den Respekt vor ihnen zu verlieren und auch den Schauspielern ist die Freude an dem Projekt anmerkbar. Getragen wird das Ganze dabei von einem fantastischen Soundtrack, der einen in die damalige Zeit zurückversetzt und dadurch für viel Freude beim Zuschauer sorgt. Besonders witzig ist die kurze Anspielung auf das jamaikanische Bob-Team, das an Cool Runnings – Dabei sein ist alles erinnert.

Bewertung: 8/10

2 thoughts on “Eddie the Eagle – Alles ist möglich

    1. Vielen Dank für das freundliche Feedback. Ich persönlich kann mit dem Begriff Feel-Good-Movie wenig anfangen und freue mich, wenn der bewusste Verzicht so positiv aufgenommen wird.

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