Ein Mann namens Ove

© Concorde Filmverleih GmbH
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Ove ist ehemaliger Vorstand einer Eigentümergemeinschaft. Dass er den Posten nicht mehr innehat, hindert hin nicht daran, jeden Morgen seinen Kontrollgang in der Einfamilienhaussiedlung zu absolvieren, bei dem er unter anderem die Einfahrt-verboten-Schilder kontrolliert und die sie ignorierenden Autofahrer anschnauzt. Ebenfalls täglich besucht er das Grab seiner Frau und erzählt ihr, wie die Nachbarn sich wieder daneben benehmen. Als er aufgrund seines Alters von seiner Firma entlassen wird, beschließt er, Selbstmord zu begehen um wieder mit Sonja vereint zu sein. Seine Versuche, sich zu erhängen, werden jedes Mal vereitelt. Zum Beispiel als die neuen Nachbarn, Paravaneh und Patrik, Oves Briefkasten mit dem Auto rammen. Zuletzt reißt dann auch noch das Seil und Ove entschließt sich, es mit einem Schlauch vom Auspuff ins Autoinnere zu probieren. Doch als der Motor läuft, klopft panisch Pavarneh an und lässt ihn nicht mehr in Ruhe.

Ein Mann namens Ove erzählt seine Geschichte mithilfe von Rückblenden. Immer wenn Ove durch einen Selbstmordversuch das Bewusstsein verliert, erfahren wir mehr über seine Hintergründe und was ihn zu dem Griesgram gemacht hat, der er heute ist. Das war er nämlich keinesfalls von Geburt an, doch die etlichen Rückschläge in seinem Leben sind nicht spurlos an ihm vorübergegangen. Dass sein Vater von einer Eisenbahn überfahren wurde und sein Haus niederbrannte, sind noch die geringsten davon. Kurz, Ove musste in einer Tour einstecken. Nun rächt er sich an der Welt, indem er alles und jeden kritisiert, und engstirnig auf die Regeln pocht. Bis eben Paravaneh in sein Leben tritt und mit ihrer offenen Art durch die Mauern um sein Herz dringt und ihm zeigt, dass man seine Zeit auf dieser Erde auch einfach genießen kann. Apropos Herz, das von Ove ist zu groß – und zwar wortwörtlich. Davor vermag auch Paravaneh ihn nicht zu retten, aber am Ende kann man guten Gewissens sagen: Ove hat seinen Frieden mit der Welt gefunden.

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Manchmal ist der Film ein wenig unglaubwürdig. So waren Rune und Ove nicht nur Nachbarn in der Eigenheimsiedlung, sondern auch beste Freunde. Gemeinsam bildeten sie den Vorstand, Ove an erster Stelle. Als er aber erfuhr, dass Rune einen Volvo fährt und nicht wie Ove einen Volvo, entfremdeten sich die beiden immer mehr und irgendwann wurde Rune zum ersten Vorstand gewählt – Ove hält das für einen Putsch seitens Rune. Dass eine tiefe Freundschaft aufgrund der Autowahl zerbricht, soll wohl witzig sein, wirkt aber zu konstruiert.

Dann gibt es noch den Vertreter eines Pflegeheims, der sich den mittlerweile gelähmten Rune quasi unter den Nagel reißen will und von Ove oder Runes Frau nie vertrieben werden konnte. Vor einer Reporterin aber flüchtet er dann endgültig, als sie ihm damit droht, die Infos über die illegalen Gelder des Heims bekannt zu machen. Da stellt sich die Frage: Wenn diese Informationen offen im Internet stehen, welches die Reporterin als Quelle angibt, und somit als allgemein bekannt vorauszusetzen sind, inwiefern sollten sie dann ein probates Drohmittel sein?

Auch verläuft Oves Wandel vom mürrischen Pedanten zum geselligen Nachbarn etwas zu schnell und wirkt unbegründet. Dafür werden die emotionalen Szenen nicht ausgeschlachtet. Zwar mag man sich manches Mal den Tränen nahe fühlen, aber es wird nie rührselig, die traurigen Momente hören immer genau zum richtigen Zeitpunkt auf. Insgesamt weist der Film ein sehr gutes Pacing auf, besonders die letzte Szene ist perfekt getimet.

Ein Mann namens Ove ist ein kurzweiliger und in richtigem Maße emotionaler Film mit ein bisschen zu viel plot convenience, aber hervorragenden Darstellern.

Bewertung: 7/10

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