Finding Graceland

© Concorde Home Entertainment
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Als Byron in seinem Cadillac die Straße entlang fährt und zu einem Elvis-Song die Augen von der Straße nimmt, um seine Frau auf dem Beifahrersitz zu küssen, kracht er in einen Zug. Seine Frau ist tot. Die eigentliche Handlung von Finding Graceland setzt ein Jahr später ein. Dass es sich etwas anders zugetragen hat als in Byrons Erinnerung, erkennen wir als wir das Auto das erste Mal in der Gegenwart sehen. Ihm selbst bleibt dies jedoch noch verborgen.

Ziellos fährt er nun in der kaputten Karre umher, bis er einen Anhalter sieht, auf dessen Schild „Graceland“ steht. Byron zögert zwar, nimmt ihn dann aber doch mit. Der Anhalter stellt sich auch sogleich als Elvis vor – ja, DER Elvis, nein, er sei nicht tot. Byron hat seine berechtigten Zweifel, doch im Verlauf ihrer Reise gibt es immer mehr Indizien dafür, dass der Tramper tatsächlich der sein könnte, für den er sich ausgibt. Besonders eine Episode mit einem Sheriff, der die beiden anhält, beseitigt einen Großteil der Zweifel.

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Etwa die erste Stunde von Finding Graceland ist furchtbar langsam inszeniert, beinahe dröge. Gegen Ende hin bessert sich das, aber ob man sich bis dorthin durchquälen möchte, bleibt fraglich. Dabei ist die Geschichte, die der Film erzählt, alles andere als langweilig. Der von Selbstvorwürfen zerfressene Byron findet durch die Reise mit Elvis die Kraft, sich zu vergeben, mit der Vergangenheit abzuschließen und nach vorne zu schauen, ein neues Leben zu beginnen. Ob es sich bei der von Harvey Keitel gespielten Figur wirklich um Elvis handelt, ist für die Entwicklung von Byron nicht wichtig. Aber auch der King hat eine dunkle Vergangenheit, der er bereits zum Teil entfliehen konnte. Nur einmal fällt die Fassade und entlädt sich in einem hoch emotionalen Moment. Am Ende haben sich doch beide gegenseitig geheilt.

Es gibt zwei gute Gesangseinlagen – einmal vom King, einmal von „Marylin Monroe“ aka Ashley, einem Promidouble (gespielt von Bridget Fonda) – und Harvey Keitel spielt durchgehend überzeugend. Alles in allem aber bleibt Finding Graceland aber ein zu behäbig inszeniertes Roadmovie.

Bewertung: 5/10

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