Get the Gringo

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© Concorde

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Mel Gibson taucht mit diesem Film abermals aus der Versenkung auf, in die ihn Antisemitismus, religiöser Übereifer, Schwulenfeindlichkeit und Frauen schlagen gebracht haben. Hollywood verzeiht vielleicht nicht, das ist aber noch lange kein Grund, nicht weiter zu machen, glaubt zumindest Mel Gibson, der auch hier wieder die eierlegende Wollmilchsau gibt und Drehbuchschreiber, Produzent und Hauptdarsteller verkörpert. Zurück auf den Actionpfaden von einst, kann man hier den gealterten Hollywoodverstoßenen als Gefangenen in einem mexikanischen Gefängnis beim Coole-Pläne-machen, Coole-Sprüche-klopfen und natürlich beim Herumballern erleben. Dabei gibt er wieder einmal die immergleiche Rolle des sich schon irgendwie durchbeißenden, cleveren, aber auch kriminellen Lebenskünstlers, der sich mit knallharten Typen der mexikanischen Untergrundszene genauso auseinandersetzt wie mit armen, kleinen Kindern (und deren Müttern), deren Leben in Gefahr ist und die auf jeden Fall der Rettung bedürfen, denn wir wissen ja alle – im Grunde seines Herzens ist der Typ einer von den Guten.

Insgesamt hat man es hier also mit sehr kurzweiliger Unterhaltung in Form eines klischeetropfenden Actionfilms zu tun, in dem ein in die Jahre gekommener Schauspieler versucht die guten alten Zeiten wiederaufleben zu lassen, was soweit auch ganz gut klappt und bei ausgeschaltetem Gehirn unterhaltsam sein kann, mir sind hier jedoch einige Dinge aufgefallen…

Was echt nervt:

– Mel Gibsons Stimme aus dem Off, die filmbegleitend Kommentare zum Geschehen abgibt, das Publikum lebenserfahren mit „Liebe Jungs und Mädels“ anspricht und Mel Gibsons Gedanken zum jeweils gezeigten Bild wiedergeben, z.B. „Aha, der da schnauzt Leute an, der ist also der Boss.“

– kleine Kinder, die sich so geben, als wären sie die krassesten Gangster im Knast und ständig mit einer Fluppe hinterm Ohr herumlaufen

– knallharte Mütter, die Fremden eins in die Fresse geben, aber natürlich einen superweichen Kern haben und letztendlich nur ihre Kinder beschützen wollen

– eine Szene, in der der Anwalt Mel Gibson fragt, ob er draußen eine Ehefrau, eine Freundin oder einen Freund habe. Mel Gibson guckt kurz verstört, der Anwalt sagt: „Hatte ich auch nicht gedacht.“ War das eine witzig gemeinte Anspielung auf die ein oder andere schwulenfeindliche Bemerkung aus dem echten Leben?

Was gut war:

– die Musik

Bewertung: 3/10

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