Getrennte Liebende: Mit dem Herz durch die Wand

© Pandastorm / Neue Visionen

Eine Klavierspielerin versucht ihrem strengen Vater und Mentor zu entkommen und auf eigenen Beinen zu stehen. Doch schon die erste Nacht im eigenen Appartement wird schnell zum Albtraum: Aus der Wand ertönen schaurige Geräusche und ein Bild an der Wand bewegt sich wie von Geisterhand. Zurück ins Elternhaus getrieben, sammelt sie nach dem Aufwachen all ihren Mut und versucht der Sache auf den Grund zu gehen. Und siehe da, es gibt eine ganz einfache Erklärung für die Phänomene: Der Nachbar auf der anderen Seite der Wand, ein Spieleerfinder, will seine Ruhe und vertreibt deshalb jeden neuen Mieter. Nach anfänglichem kindischen Kleinkrieg der Lärmbelästigung, fangen die beiden langsam an, miteinander zu reden und kommen sich schließlich näher. Auch wenn ihre Freunde es nicht verstehen können, führen sie irgendwann tatsächlich eine Beziehung, ohne sich je gesehen zu haben. Doch die erste Krise lässt nicht lange auf sich warten.

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Hauptdarsteller Clovis Cornillac setzt in seinem Regiedebüt eine schöne Idee von Nebendarstellerin Lilou Fogli um, die sich aber nicht über die ganze Distanz halten kann und insbesondere gegen Ende in gewohnten und uninspirierten Mustern aufgelöst wird. Die Handlung wirkt an mehreren Stellen konstruiert, um den Film voranzubringen, und auch die Hintergrundgeschichten der Protagonisten fühlen sich forciert an. Abgesehen davon hat der französische Film dieses gewisse je ne sais quoi. Vor allem die Dinnerszene der Protagonisten ist herzerwärmend inszeniert und hinterlässt den Wunsch nach mehr dieser romantischen Szenen. Auch die Charaktere sind durchweg sympathisch gespielt.

Mit dem Herz durch die Wand ist ein Film, der auf 90 Minuten eigentlich nicht funktionieren dürfte, aber so charmante Szenen hat, dass er es irgendwie doch tut. Eine Kurzfilmversion, die sich auf die Beziehung durch die Wand konzentriert, wäre aber die viel bessere Wahl gewesen.

Bewertung: 6/10

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