Gravity

Gravity Movie
© Warner Bros.

Unendliche Weiten – und mittendrin eine kleine Gruppe von Menschen, die mitten im Nichts am Weltraum-Teleskop Hubble herumschrauben. Sie baden sich im reflektierten Licht der Erde, die so nah und doch so unglaublich fern ist, und nach einem Unfall beim Weltraumspaziergang auch der Mittelpunkt ihres verzweifelten Sehnens. Nur zwei Astronauten haben den Beschuss mit Trümmerteilen überlebt und versuchen nun mithilfe einer Leine und eines Raumanzuges mit Steuerdüsen zur benachbarten Raumstation ISS zu gelangen.

Gravity Movie
© Warner Bros.

So kurz die Geschichte von „Gravity“ auch erzählt sein mag, so beklemmend ist das Geschehen auf der Leinwand für den Zuschauer. Nach einigen atemberaubenden Bildern der Erde von oben, bei denen man sich dank wunderbar eingesetztem 3D selbst als Weltraumspaziergänger fühlt, kommt die Handlung schnell zur Sache. Wir beobachten den endlos erscheinenden Taumelflug von Sandra Bullock im luftleeren Raum und sehen uns mit einer der Urängste der Moderne konfrontiert – völlig hilflos einer Situation ausgeliefert zu sein, die nicht nur den sicheren Tod bringt, sondern auch absolut nichts dagegen tun zu können.

Durch dieses Ausnutzen der Ängste des Zuschauers und den Verlauf der Handlung in Echtzeit wird die Spannung im Grunde den gesamten Film über konstant aufrecht erhalten. Mit großem Herzflattern und geballtem Mitfiebern kann man sich in das Szenario fallenlassen und dem Kammerspiel in der wahrscheinlich größten Kammer überhaupt freien Lauf lassen. Schauspieltechnisch machen die beiden Protagonisten eine gute Figur, auch wenn die Charaktere leider etwas flach und eindimensional erscheinen. George Clooney als gut gelaunter und optimistischer Weltraum-Cowboy lockert die teilweise erdrückend deprimierende Stimmung zwar etwas auf, zeichnet sich aber nicht gerade durch Glaubwürdigkeit aus. Leider wenig ripley-esk und irgendwie einen Tick zu depressiv gibt sich der weibliche Charakter in diesem Geschehen, der dann auch noch mit einer eigenartigen Selbstmotivations-Rede zu verwirren vermag.

Gravity Movie
© Warner Bros.

Alles in allem ist „Gravity“ ein unterhaltsames und vor allem ästetisch hochwertiges Kino-Vergnügen, das für mich erstmals nachvollziehbar mit 3D-Technik spielt und die Spannung aufrecht zu erhalten mag. Auch die Geschichte und vor allem die Grundidee vermag zu überzeugen, auch wenn nicht unbedingt jeder Aspekt einer genaueren inhaltlichen Durchleuchtung standhält (Warum war zum Beispiel die ISS unbesetzt? Hatten gerade alle Urlaub?). Auch die an Hiob erinnernde sich immer mehr verschlimmernde Situation der Protagonisten wirkt nach einer Weile wenig glaubwürdig und leider ein wenig unfreiwillig komisch.

Bewertung: 7,5/10

5 Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.