Homeland Recap Episode 5.05 – Better Call Saul

© 2015 Showtime Networks Inc. and Showtime Digital Inc.
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Allison: Somebody betrayed us.
Dar Adal: Ya think?

Auch wenn der Titel dieser Episode augenzwinkernd gemeint ist, hinterlässt er einen faden Beigeschmack. Die fünfte Folge von Homeland ist ein noch desaströseres Beispiel für unispirierendes Storytelling als die Folge davor, benannt nach einer Serie, die es schon in der ersten Staffel geschafft hat, meisterlich eine Staffelhandlung zu erzählen.

Mit der Storyline des nun alleinig handelnden Hackers, der nun Rache an der dümmsten Entwicklung in der Serie nehmen will, muss angefangen werden. Nachdem die russische Mafia, die aus der russischen Botschaft heraus agiert, seinen besten Freund getötet haben, ruft Numan anonym zu Protesten gegen die Botschaft auf. Dabei kommt auch ein inszenierter Sexskandal zum Einsatz. Doch gerade ein Gespräch zwischen Carrie und Astrid über die Proteste fasst es gut zusammen. Sie rekapitulieren die Storyline um Numan (ohne seinen Namen zu kennen) und stoppen einfach, weil auch sie noch keinen Zusammenhang sehen. Selbst-referenziell zu sein ist keine schlechte Idee, doch dies unbewusst im Negativen zu tun, lässt Homeland nicht gerade gut aussehen.

Neben dieser Belanglosigkeit enttäuschen auch die Retter der letzten Episode. Statt die Geschichte um Saul und das explodierte Flugzeug in gutem Tempo weiterzuführen, fliegen hier nur noch unmotiviert Wendungen wie Schnellschüsse durch die Gegend. Geradzu abhakend wird Sauls vermeintliche Mitschuld an den Anschlägen auf Carrie und Quinn negiert, denn hinter der ganzen Sache steht Allison. Diese Auflösung hätte nicht sein sollen. Die Schuld wird auch von Carrie erstmal Richtung Russen geschoben. Zu zeigen, dass Allison mit denen unter einer Decke steckt, war zu diesem Zeitpunkt überflüssig und spannungsverringernd. Der Zuschauer hatte abseits der Liebesaffäre mit Saul kaum Gelegenheit, sie überhaupt persönlich kennenzulernen. Dann kommt CIA-Chef Dar Adal nach Berlin und verbindet die Explosion mit dem israelischen Geheimdienst und deutet auf eine mögliche Verbindung zu Saul hin. Die Geheimhaltung um Sauls Standpunkt wird komplett aufgelöst und er wird sogar zum schwarzen Schaf. Jede weitere Szene in den CIA-Rängen scheint mehr und mehr Homeland die Spannung zu entziehen.

Während Quinn verletzt mit Jonas rumhängt, rennt Carrie gehetzt durch die Gegend und sucht nach Antworten. Hilfe findet sie dabei überraschend bei Astrid, auch wenn diese es mehr für ihren ehemaligen Lover Quinn tut. Statt als Gastfigur aufzutreten, darf Nina Hoss endlich in die erste Reihe treten und wenigstens das hilft der Serie. Ihre Szenen sind großartig gespielt, und das erste giftige Gespräch mit Carrie (mit Quinn als böse Wolke über ihnen) war extrem unterhaltsam.
Natürlich gibt es noch andere positive Dinge zu vermerken. Quinns Flucht aus Jonas‘ Pflege und das mysteriöse Treffen mit dem vermeintlich guten Samariter war spannend inszeniert und lässt den Zuschauer angenehm fragend zurück. Auch der Ausblick auf eine aufkeimende Zusammenarbeit zwischen Carrie und Saul lässt hoffen. Doch bei zwei enttäuschenden Folgen aufeinander bedarf es weit mehr an Wiedergutmachung, um die sehr gut gestartete Staffel wieder auf Kurs zu bringen.

Beste Szene: Astrid sucht den getöteten Auftragskiller bei der versuchten Eleminierung von Quinn im Bilderarchiv, wird dabei aber von ihrem Boss erwischt. Was die Szene abseits einer gewissen Spannung, die man aber lehrbuchartig nennen kann, so besonders macht, ist der komplett in Deutsch gehaltene Dialog. So soll es auch sein, wenn die Serie schon in Berlin spielt und mit deutschen Protagonisten aufwartet. Das war erfrischend gegenüber den Szenen in den anderen Folgen, wo unrealistisch überall Englisch gesprochen wird.

Bewertung: 4,5/10

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