Homeland Recap Episode 5.04 – Why Is This Night Different?

Stephan Rabold/Showtime
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Drei spannende Einstiegsfolgen, eine fokussierte Story und ein schweißtreibender Cliffhanger – die Vorzeichen für eine großartige Staffel von Homeland wurden gesetzt. Die sich einstellende Enttäuschung in Folge 4 lässt die handwerklich gut gemachte Episode in einem schlechteren Licht dastehen, als sie es verdient. Denn das große Problem des vierten Eintrags ist nicht, wo die Geschichte hin will, sondern wie sie ihren Weg beschreitet.

Schon die Auflösung des Cliffhangers aus Folge 3 unterstreicht das Problem der vernachlässigten Möglichkeiten. Carrie und Quinn treffen sich unter den schlimmsten Umständen wieder, schließlich steht ihr Name auf seiner Tötungsliste, doch die nötigen Worte zwischen ihnen finden nicht statt. Quinn bringt Carrie natürlich nicht um, aber ein intensiver Austausch bleibt aus. Er stellt mit ihr ein Todesfoto nach, besorgt ihr Unterlagen zum Untertauchen, aber alles, was zwischen ihnen war (wie Quinns Annährungen in Staffel 4) ist geradezu vergessen. Bei Carrie ist der Wunsch nachvollziehbar, dass sie nicht einfach verschwinden sondern herausfinden will, warum Saul, ihr ehemaliger Freund und Mentor, sie anscheinend auf eine Tötungsliste setzte. Doch die einhergehende Bedeutung, dass sie mit Quinn zusammenarbeiten muss, findet keinen Raum auf einer zwischenmenschlichen Basis.
Nicht genug, die notwendige Bindung aneinander wird aus der Klischee-Schublade geholt. Bei der Übergabe von Carries Foto in ein Postfach wird Quinn von einem unbekannten Mann angeschossen. Nun ist er auf Carrie angewiesen, die ihn aus der Situation rettet und ihn gesund pflegen muss. Es ist zu hoffen, dass die Beziehung der beiden in den folgenden Episoden besser ausgelotet wird.

Bei den Klischees geht es in der Storyline der beiden Hacker gleich weiter. Numan (Atheer Adel) möchte die weiteren Daten über die geheime Verbindung zwischen CIA und BND an Laura weitergeben, die dafür auch Rückendeckung von Düring bekommt. Doch sein Partner Korzenik (Sven Schelker) hat andere Pläne und möchte die Dokumente an die Russen verkaufen. Wie das Klischee es will, sind diese aber böse Buben und bringen ihn und seine Freundin um, nachdem sie sicher gehen, dass sie alle Kopien haben. Das wirkt nicht nur lächerlich, sondern es ist auch unnötig, die Russen als weiteren Spieler einzuführen.

Unwissend über diese neue Entwicklung arbeitet Saul zusammen mit Allison erstmal Richtung Syrien. Prinzipiell ähnelt der Vorgang der dritten Staffel, wo man auch versuchte, einen Politiker des entsprechenden Landes (dort Iran) auf die Seite der CIA zu kriegen, um ihn dann in einer hohen Position unter Kontrolle zu haben. In diesem Fall geht es um den syrischen General Youssef (Igal Naor), dessen Tochter sich in der Schweiz einer Operation unterziehen muss. Das private Krankenhaus komplett zu einer CIA-Basis ummodelliert, nutzen Saul und Allison die begrenzte Zeit, um ihn davon zu überzeugen, dass Baschar al-Assad keine Zukunft hat, aber durch ihn mit ordentlicher finanzieller Hilfe wieder auf den richtigen Kurs kommen kann. Trotz Ähnlichkeit des Vorgehens zu Staffel 3 und der bisherigen Unabhängigkeit von der Grundgeschichte hat diese Storyline die meiste Spannung zu bieten. Dabei ist es schön, Saul in seiner Königsdisziplin zu sehen, wie er durch politisches Verständnis der Grauzonen ein komplexes Netz aus Manipulationen spannt. Seine einnehmende Art macht ihn wieder zu der gewünscht interessanten Person, welche es umso schwerer machen wird, sollte er wirklich hinter Quinns Auftrag zur Tötung von Carrie stecken.

Beste Szene: Auch Sauls Antlitz findet Brüche. Nicht nur sein Anteil rettet die Folge einigermaßen, sondern auch das total überraschende Ende. Der Plan mit General Youssef schien in Erfolg zu enden, doch ist er am Ende wortwörtlich nur noch Schall und Rauch, als das Flugzeug des Generals mitsamt des Geldes der CIA nach dem Start explodiert. Sauls Gesichtsausdruck spiegelt den des Zuschauers. Trotz der anderen mauen Entwicklungen hebt diese Szene die Interesse an der nächsten Folge ungemein.

Bewertung: 6/10

 

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