Homeland Recap Episode 5.06 – Parabiosis

© 2015 Showtime Networks Inc. and Showtime Digital Inc.
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Jonas: Shut up about these documents, about these… I don’t care about these documents!

Vielleicht muss man die obige Aussage von Jonas als die einzig vernünftige in dieser Folge von Homeland ansehen. Seine Antwort bezog sich auf Carries Versuch der Erklärung, dass sie ihn nun braucht. Saul ließ sie komplett abblitzen, nachdem sie hoffte, von ihm den Zugang zu den gehackten Dokumenten zu bekommen um herauszufinden, weswegen Anschläge auf sie verübt wurden. Aber immerhin sind sie und der Zuschauer so weit zu wissen, dass es die Russen sind. Sauls versteinerter Blick bei dieser Information spricht dem Zuschauer aus der Seele. Lustigerweise tauchen die Russen auch gar nicht in der Folge auf. Saul wird kurze Zeit später selber kaltgestellt. Seine mögliche, aber eigentlich auch für Dar Adal unglaubwürdige Verbindung zu dem explodierten Flugzeug des syrischen Generals sowie sein sinnloses Schweigen über seine geführten Kontakte lassen ihn die Kontrolle über die Operationen in Berlin verlieren. So leicht lässt sich Saul aber nicht unterkriegen und er klaut die Kopien der Dokumente in einer zwar spannend gefilmten Szene inklusive netter Plansequenz, die aber an Unglaubwürdigkeit kaum zu überbieten ist.

Kaum? Denn sie wird überboten. Der augenscheinliche gute Samariter (Mehdi Nebbou) bei Quinns Flucht ist genau das, er heißt Hussein und rettet mehr oder minder Quinns Leben in seiner Wohnung. Doch zufällig planen im selben Haus der kurz zuvor entlassener Hajik (Jarreth J. Merz) und seine Kumpel einen terroristischen Anschlag, weil sie in irgendeiner Weise mit Hussein verlinkt sind. Wie, sollte dem Zuschauer zu diesem Punkt egal sein. Und warum sie Quinn nicht gleich töten, sei er nun ein Spion oder nicht, sollte am besten auch keine Frage sein. Hajik entscheidet sich am Ende dann doch anders und geht auf Quinn los, welcher ihn kurzerhand, aber imposant umbringt. Die anderen schauen zu, es gibt keine direkte Rache. Eine Erklärung wird es dafür wohl in der nächsten Folge geben. Oder auch nicht, bedenkt man die Spärlichkeit solcher in dieser Staffel.
Über weitere Entwicklungen lässt sich hier auch gar nicht mehr schreiben. Der Hacker Numan und Astrid tauchen nicht einmal auf, sind ihre Geschichten sowieso ins Leere gelaufen. Homeland wird auf dem Premiumsender Showtime gezeigt, d.h. hier wird keine Werbung gezeigt und eine Folge darf auch eine Stunde gehen. Bezeichnenderweise, als gäbe es nicht mehr so viel zu erzählen, hat die Folge eine Laufzeit von 46 Minuten (inklusive Intro und Previously on Homeland!), weswegen die Folge nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ einen Tiefpunkt der kompletten Serie darstellt.

Beste Szene: Eigentlich kann man hier nur die Szene mit Jonas nennen, aus der auch obiges Zitat kommt. Denn er hat keinen Bock mehr und sucht das Weite, nachdem Carrie ihn 20 Stunden alleine gelassen hat, zwischendrin Quinn einfach spurlos verschwunden ist und er sich das Gefasel über irgendwelche Dokumente anhören muss. Zumindest hat die Szene den Autor dieser Zeilen inspiriert, nach einer solch lieblosen Behandlung einfach mal zu sagen: „Ich will nicht mehr!“ Showtime hat schon Dexter komplett gegen die Wand gefahren, jetzt haben sie es auch mit Homeland vor. Diesen Unfall sollte sich niemand bei einer so großartigen Serienlandschaft, die derzeit herrscht, antun.

Bewertung: 1,5/10

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