Homeland Recap Episodes 5.02/5.03 – The Tradition of Hospitality/Super Powers

© 2015 Showtime Networks Inc. and Showtime Digital Inc.
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Telefonansage: Kein Anschluss unter dieser Nummer.

Die erste Folge der fünften Staffel von Homeland hat typisch für die Serie mehrere Handlungsstränge angespielt und Fragen aufgeworfen. Leider auch typisch für die Serie ist, besonders in Staffel 3 und 4, dass die darauf folgende Einträge das gleiche machen, was ab der Mitte dieser Staffeln wieder aufgeräumt werden muss. Das Resultat war eine anstrengende und ermüdende erste Hälfte und eine spannende, mit Überraschungen gespickte zweite Hälfte. Staffel 5 scheint nun einen anderen Weg zu gehen, denn Folge 2 und 3 machen erzählerisch alles richtig, um die Spannung aus der ersten Folge aufrecht zu erhalten. Statt noch mehr Fragen in den Ring zu werfen, werden die gestellten langsam, aber einnehmend beantwortet, während weiterhin die Umstände tiefer durchleuchtet werden.

Über den Hack in der ersten Folge, der die geheimen Dokumente offenbarte, dass der BND über die NSA deutsche Bürger ausspioniert, erfährt man kaum neues, aber erstmal sind auch die Folgen der Veröffentlichung interessanter. Die Storyline um Laura Sutton (Sarah Sokolovic), die die Dokumente veröffentlichte, tritt in den Fokus und gibt dem Zuschauer einen Einblick in die Reaktion der CIA, wo der Hack stattfand, sowie des BND, der auf die Veröffentlichung reagiert. Laura ist interessanterweise auch die einzige Verbindung dieser Geschichte mit der von Carrie, da sie auch für die Düring Foundation arbeitet. Es dauert nicht lange, dass Saul, der nun in Deutschland neben der Stationschefin (Miranda Otto) arbeitet, dieser Spur nachgeht. Doch wie schon oft ist es Peter Quinns Rolle im Geschehen, welche das größte Interesse weckt. Widersprüchlich auf eine Rogue-Mission von Saul „geschickt“, soll er nun ein Tötungsauftrag nach dem anderen bekommen, bei dem weder er noch der Zuschauer die Umstände kennt. Das Bild der muslimischen Frau am Ende der ersten Folge zeigt sein erstes Opfer in der zweiten. Es werden zwar Puzzleteile gegeben, die Vermutungen hervorrufen könnten (Rekrutierung junger Frauen für ISIS?), doch in der Szene des unvermeidbaren Kopfschusses weiß man wie Quinn nichts sicher. Wohin diese Aufträge Quinn führen und wie weit er gehen würde, sind Fragen, die diese Staffel als wichtiger Nebenstrang ausmachen wird, besonders, wenn man seine Entwicklung in der vierten Staffel bedenkt. Auch der Umstand seines zweiten Auftrag, die Tötung von Carrie, wird seine Folgen haben, will das schweißtreibenden Finale der dritten Episode hier keine klare Antwort geben.

Natürlich darf Carrie dabei nicht in den Hintergrund fallen. Während also Saul mit seinen internationalen Beziehungen in Berlin ringt, holt ihre alte Welt sie (natürlich) ein. In Folge 2 muss sie als Sicherheitschefin einen Besuch von Düring (Sebastian Koch) nach Beirut begleiten, der ein Flüchtlingslager dort unterstützt und bei ihrem bisherigen „Glück“ im Nahen Osten warten schon die Probleme. In der dritten Folge ist sie zurück in Deutschland, doch nach der Erkenntnis, dass es jemand auf ihr Leben abgesehen hat, taucht sie mit Jonas (bzw. Brody 2) ab. Doch nicht genug, sie entscheidet sich, die Medikamente für ihre bipolare Störung abzusetzen, da sie denkt, sie könne so auf ihre Fähigkeit zurückgreifen, das Gesamtbild und somit ihre Verfolger zu erkennen. Dabei kann natürlich Claire Danes ihr volles Repertoire an Schauspiel zeigen und der Zuschauer kriegt wieder die krasse Carrie zu sehen, wie sie auch in den vorherigen Staffeln für intensive Szenen sorgte. Ein Highlight ist aber eigentlich die Vorbereitung von Jonas auf diesen Zustand und ihre Erklärung in einem gastlosen Biergarten geht subtil-großartig geschrieben in Danes‘ Schauspiel auf. Die beste Szene der dritten Folge bleibt trotzdem das atemlose Finale zwischen Quinn und Carrie, das ist kaum auszuhaltendes Spannungskino vom Feinsten ist.

Beste Szene aus Folge 2: Homeland gehört bei weitem nicht zu den kritischen Serien der heutigen Zeit. Dafür werden zu viele Handlungen der CIA als notwendig dargestellt, die eher hinterfragt werden sollten. Doch erlaubt sie sich vereinzelt Kritik sowie die ein oder andere Spitze, die auf sehr bösem Humor basiert. Letzteres trifft bei Lauras Fernsehinterview zu. Als sie erklärt, dass sie in Deutschland aufgrund der Persönlichkeitsrechte lebe, die sie in Amerika anprangerte, lächelt Astrid (Nina Hoss) spöttisch den Fernseher an, der gerade läuft, während sie und der BND Lauras Wohnung durchsuchen. Hier trifft ätzende Kritik auf feinen Humor.

Bewertung: 8/10 (Folge 2) und 8,5/10 (Folge 3)

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