In Zusammenarbeit mit Maxdome: World War Z

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Zombies im Film sind nun wahrlich nichts Neues, seit etlichen Jahrzehnten bevölkern sie die Leinwand, immer auf der Jagd nach dem nächsten Menschen-Imbiss. Dabei haben die Untoten schon so manche Wandlung erlebt, vom Untoten zum Infizierten, vom langsam dahintrottenden Leichnam zur blitzschnellen Fressmaschine, vom Hunger auf Gehirne zum Hunger auf den Menschen im Ganzen. Einige Filme, in denen die Zombie-Entwicklung bzw. Darstellung einen entscheidenden Schritt nach vorn gemacht hat, sind Meilensteine im Genre. World War Z könnte so ein Meilenstein sein.

Dabei ist die Handlung von World War Z vergleichsweise schnell erzählt: Der Familienvater Gerry Lane hat sich aus seinem gefährlichen Job bei der UN zurückgezogen, um voll und ganz für seine Frau und zwei Töchter da sein zu können. Als es plötzlich zu einer Pandemie kommt, die die Infizierten in eine Horde unkaputtbare, hochagressive Bestien verwandelt, braucht die UNO unbedingt einen Mann wie Lane, um der Lage Herr zu werden. Widerwillig zieht er los, um den Ursprung und damit ein mögliches Gegenmittel für die Krankheit zu finden.

Mit der Besetzung von Brad Pitt, der die Hauptrolle in World War Z spielt, kristallisiert sich bereits eine Besonderheit des Filmes heraus. Die Tatsache, dass ein amerikanischer Superstar aus Hollywood die Hauptrolle in einem ursprünglich nicht unbedingt dem Mainstream entsprechenden Filmgenre wie dem Zombie-Horror übernimmt, spricht für die wachsende Popularität des Themas. Entgegen der anfänglichen Befürchtungen von Studio sowie Filmkritik, wurde der Film mit einem Kino-Umsatz von einer halben Million US-Dollar ein kommerzieller Erfolg. Brad Pitt, der den Film mitproduzierte, beweist mit World War Z ein gutes Gespür für den aktuellen Trend rund um den Zombie, der sich seit einigen Jahren wachsender Beliebtheit erfreut.

In einer Welt, in der sich die Menschheit mit immer größeren Menschenmassen und daraus resultierenden Problemen konfrontiert sieht, blüht und gedeiht der Zombie. Metaphorisch steht er nicht nur für die Angst vor der Masse, sondern auch vor dem endlosen und stumpfen Konsum, durch den sich die Menschheit in letzter Konsequenz selbst verschlingt. World War Z treibt diese Idee auf die Spitze und entwickelt den Zombie zu einem nicht nur sehr schnellen, sehr aggressiven, sondern auch sehr rücksichtslosen Wesen. In ihrer wilden Raserei und ihrem unstillbaren Hunger quetschen sich die Zombies durch die kleinsten Risse in der Wand oder rammen ihre Körper ungebremst gegen Mauern und Gitter. In den aufregendsten Momenten des Films türmen sie sich zu Menschenbergen auf, branden wie eine unheimliche Woge gegen riesige Mauern, um auf der anderen Seite wie totes Fleisch herunterzuklatschen. Sie verhalten sich wie Insekten, die das große Ganze aus ihrer Perspektive nicht erkennen können, wie ein einziges Lebewesen, dessen Einzelteile nur ans Fressen denken. In ihnen zeigt sich so eindringlich wie nie zuvor die Unvernunft und Gier des Einzelnen und wie sich diese zu einer unbezwingbaren, alles verschlingenden Masse summiert. Kein Mitleid, sondern reine Gewinnorientierung hält sie davon ab, auch die schwachen und kranken Menschen zu verschlingen.

Neben der Weiterentwicklung des Zombies bietet World War Z ebenfalls eine ungewohnte Sicht auf die Gegenwehr der Menschheit an. Anstatt wie im klassischen Zombiefilm eine kleine Gruppe von Überlebenden zu begleiten, konzentriert sich die Handlung des Films auf die Lösung des Problems und begleitet die detektivische Arbeit einer Gruppe von Spezialisten. Internationale Gruppierungen wie die UNO fechten den Kampf mit analytischer Professionalität aus und sind dabei erfrischend intelligent, wenn auch nicht alle Pläne gelingen. Obwohl der Film eindeutig amerikanisch geprägt ist, bietet er verschiedene internationale Schauplätze, die World War Z seinem Namen gerecht werden lassen. Ursprünglich sollte der Ursprung der Pandemie übrigens in China angesiedelt sein, in vorausschauender Selbstzensur hat sich die Produktionsfirma dann aber doch für Südkorea entschieden, um das chinesische Publikum nicht zu verprellen.

Obwohl in World War Z anscheinend Wert auf eine internationale Anmutung gelegt wurde und somit auch Menschen verschiedener Ethnie vertreten sind, konnten sich die Filmemacher nicht zu völliger Diversität durchringen. Geradezu ärgerlich ist die Rolle von Lanes Ehefrau Karen, die im ersten Viertel des Films immerhin noch aktiv mitrennen und Befehle ihres Mannes befolgen darf, die restliche Zeit aber absolut passiv zum Babysitten und am Telefon hängen verurteilt ist. Keine einzige Figur, die die Handlung vorantreibt, wird von einer Frau verkörpert. Lediglich die Soldatin, die Lane in Israel gerettet hat (was sonst?), darf ein bisschen mitmischen, übernimmt aber nie wesentliche Aufgaben. Schade, dass im weltweiten Krieg gegen die Zombies über 50% der Menschheit nicht mitkämpfen oder Entscheidungen treffen darf.

Rein äußerlich macht World War Z immerhin alles richtig. Die unruhige Kameraführung, die zu Beginn leicht irritiert, ist ein gut eingesetztes Mittel, um den Zuschauer in einem ständigen Gefühl der Angespanntheit zu halten. Die Hektik und Aufregung der Figuren wird dadurch gut spürbar und die Musik, die mit beständigem Ticken an die beschränkte Zeit des Unternehmens erinnert, verstärkt diesen Effekt. Inhalt und verwendete filmische Mittel gehen Hand in Hand.

Alles in allem ist World War Z ein sehr spannender und gut inszenierter Film, der den Zombie auf eine interessante Weise weiterentwickelt, anstatt das Motiv unverändert wiederzukäuen. Neben den am Inhalt orientierten stilistischen Mittel wie Kameraführung und Musik überzeugt der Film durch die moderne und nachvollziehbare Darstellung der Problemlösung und die internationalen Schauplätze der Handlung. Trotz der oberflächlich diversen und internationalen Anmutung bietet der Film leider nicht die aktiven Frauenfiguren, die in einem aktuellen Film zu erwarten wären.

Bewertung: 8/10

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Maxdome. Die Filmkritik wurde weder von Maxdome beeinflusst noch kontrolliert und spiegelt ausschließlich die Meinung der Autorin wider.

2 Comments

  1. Tut mir Leid, wenn meine folgende Frage bereits irgendwo auf eurem Blog beantwortet wird, aber was bedeutet „Zusammenarbeit mit Maxdome“?

    Bedeutet dies nur, dass ihr ihn auf Maxdome angeschaut habt (vermutlich nicht) oder was darf man sich genau darunter vorstellen?

    Grüße

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