Kein Spitzen-Rating ohne Bechdel-Test

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Was mit einem kleinen Comic der Zeichnerin Alison Bechdel und der Idee ihrer Bekannten Liz Wallace begann, entwickelt sich nun zumindest im vorschrittlichen Schweden zum Standart der Filmbewertung. Die Regeln des Bechdel-Testes sind so einfach wie einleuchtend: ein Film besteht den Test nur, wenn in ihm mindestens zwei Frauen (mit Namen) vorkommen, die sich miteinander über etwas anderes als Männer unterhalten. Man würde es nicht für möglich halten, aber nur wenige Hollywood-Blockbuster bestehen diesen einfachen Test. Um in den schwedischen Kinos fortan eine Höchstbewertung zu erhalten, werden die Filme demnach neben den üblichen Standarts wie der Einschätzung der gezeigten Gewalt oder Sexualität nun auch diesem Test unterzogen.

Natürlich vermag auch der Bechdel-Test nicht hundertprozentig zu klären, ob es sich wirklich um einen feministisch aufgeklärten Film handelt und auch die Qualität des Gespräches der beiden namentlich erwähnten Frauen muss sich dadurch nicht zwingend von gängigen Klischees abheben. Ein Schritt in die richtige Richtung ist die Reaktion der schwedischen Kinos aber trotzdem, denn er regt nicht nur Zuschauer und Filmliebhaber zum Nachdenken an, sondern die Debatte könnte sich möglicherweise auch auf die Filmschaffenden auswirken. Das Medium Film zeigt außerdem nicht nur ein Bild der Gesellschaft, sondern kann dieses Bild auch beeinflussen – allein deshalb lohnt es sich in Zukunft genauer hinzuschauen.

Wer sich genauer über dieses Thema informieren möchte, dem sei der ausführliche Artikel der Süddeutschen Zeitung und dieser Blog mit jeder Menge Diagrammen zur Visualisierung der Problematik empfohlen. Und nun öffnet sich der Vorhang für eine der aktuell am meisten gepriesenen weiblichen Helden – Swoooosh!

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