Liberace

Liberace_Behind_the_Candelabra
© HBO

Der amerikanische Pianist Liberace war in den 70er Jahren ein Superstar, hatte Shows in Vegas und jede Menge Fernsehauftritte – und bis zu seinem Tod nie ein Outing. Obwohl er nie mit einer Frau verheiratet war und viele feste Beziehungen zu Männern hatte, stritt er seine Homosexualität sein Leben lang vehement ab. „Liberace“ erzählt vom Leben dieses Entertainers und seiner großen Liebe, aber auch von einer merkwürdigen Zeit und den Tücken des Showbusiness.

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Wenn man bereit ist, sich in das Las Vegas der 70er Jahre fallen zu lassen, kann man als Besucher durch Liberaces Palast wandeln, der beeindruckender und pompöser nicht sein könnte. Keine Ecke, kein Platz undekoriert, stattdessen überbordende Kronleuchter, Statuen, Gardinen, Teppiche und Klimbim so weit das Auge reicht – das ist das grandiose Ambiente, in der sich der Film abspielt. Wenn man sich nicht gerade im Glanz dieser Behausung sonnt, wird man auf funkelnde Bühnen entführt, auf denen sich pelzbehangene Menschen an schillernden Flügeln selbst inszenieren. Für das Auge ist „Liberace“ somit auf jeden Fall etwas, auch unter dem Aspekt, dass man bekannte Gesichter einmal in völlig ungewohntem Aussehen neu entdecken kann.

Nicht nur Michael Douglas macht seine Sache als sanfter, aber gleichzeitig hartherzig professioneller Entertainer unglaublich gut, sondern auch Matt Damon hat man wohl selten so verwandelt gesehen wie in „Liberace“ – und das liegt nicht nur an der betonharten Fönfrisur. Das Schauspiel der beiden Hauptdarsteller ist mehr als überzeugend und facettenreich, vor allem Michael Douglas zeigt sich als wandelbarer und überaus interessanter Charakter.

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Die Handlung beinhaltet dabei nicht nur eine schöne Liebesgeschichte, sondern behandelt auch Probleme einer Beziehung und zeigt anschaulich den Druck, dem Menschen in der Öffentlichkeit ausgesetzt sind, und auch wie sich dieser auf ihre engsten Vertrauten und Geliebten auswirkt. Wie häufig bei biografischen Filmen wird sich stellenweise jedoch zu stark auf Einzelheiten und historische Vollständigkeit konzentriert, was das Ganze insgesamt etwas langatmig und unspannend werden lässt.

„Liberace“ ist im Großen und Ganzen ein interessantes Biopic, das vor allem von seinen herausragenden Darstellern getragen wird. Charakterlich tiefe Figuren, ein tolles Setting, atemberaubende Kostüme und eine authentische Atmosphäre können größtenteils über die stellenweise langatmige Handlung hinwegtäuschen.

Bewertung: 7,0/10

 

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