London Has Fallen

© Universum/Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH
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Der Klappentext der DVD zu London Has Fallen fängt folgendermaßen an: „Nach dem überraschendem (sic) Tod“. Auch wenn die Filmemacher nichts mit der Gestaltung des DVD-Covers, der deutschen Version zumal, zu tun haben und es somit inkommensurabel ist, steht diese Nachlässigkeit symptomatisch für den Film.

Der plötzliche verstorbene britische Premierminister erhält ein Staatsbegräbnis, dem sämtliche wichtige Regierungschefs der westlichen Welt beiwohnen sollen, darunter natürlich auch US-Präsident Benjamin Asher (Aaron Eckhart). Das alles, inklusive Ermordung des Premiers, war allerdings nur ein ausgeklügelter Plan eines pakistanischen Waffenhändlers, als Rache für einen früheren Drohnenangriff auf eine pakistanische Hochzeit. Nebenbei hat er noch den britischen Geheimdienst unterwandert, sodass etliche Terroristen problemlos an Polizei- oder Hofgardistenuniformen gelangen und selbstverständlich ist es auch ein Leichtes, einen londonweiten Stromausfall zu evozieren. Trotzdem gelingt es Asher und seinem Bodyguard Mike Banning (Gerard Butler), sich durch die Stadt zu kämpfen und den Anschlägen zu entkommen. Alles nimmt seinen Verlauf ohne Überraschungen und wird dem Zuschauer achtlos vor die Füße geworfen. Alles wirkt, als wolle man es möglichst schnell hinter sich bringen, als wäre keine Zeit dafür da, dass jemand noch mal zur Kontrolle drüberschaut.

London Has Fallen reiht sich in die Parade der „Sequels, die eigentlich ein schlechtes Remake des ersten Teils sind“-Filme ein. Der Vorgänger Olympus Has Fallen – Die Welt in Gefahr erschien 2013, drei Monate später gefolgt von White House Down, ein Film mit sehr ähnlicher Thematik, der aber marginal besser war. Darüber hinaus besaß er den Anstand, keinen Nachfolger hervorzurufen. Dass zwei thematisch ähnliche Filme zur ungefähr gleichen Zeit erscheinen, ist selten, kommt aber durchaus vor: Super – Shut Up, Crime! und Kick-Ass, Freundschaft plus und Freunde mit gewissen Vorzügen, oder aber auch hierzulande Dietrich Brüggemanns Heil, der sich haltlosen Plagiatsvorwürfen von irgendwelchen Independent-Filmern ausgesetzt sah.

© Universum/Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH
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Zugutehalten muss man dem Film, dass er kurzweilig ist. Der Plot, so man denn von einem sprechen kann, ist derartig dürftig, dass man sich von den Explosionen und Verfolgungsjagden mitreißen lassen kann, ohne dem Ganzen eine gesteigerte Aufmerksamkeit schenken zu müssen. Auch die Spezialeffekte sehen irgendwie etwas besser aus als im ersten Teil, bei niedrigerem Budget.

Wer Olympus Has Fallen mochte, dem mag eine Empfehlung angesprochen werden, aber selbst Actionfans können getrost zu einem anderen Titel greifen, da nichts von dem was in London Has Fallen gezeigt wird, wirklich im Gedächtnis bleibt und in anderen Filmen visuell eindrucksvoller und für den Plot relevanter inszeniert wurde. Es bleibt zu hoffen, dass wir in den nächsten Jahren nicht noch ein paar Sequels bekommen, wie etwa Paris Has Fallen, Rome Has Fallen, Buxtehude Has Fallen.

Bewertung: 4/10

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