Machine Gun Preacher

© Universum Film (UFA)

Da hatte ich einmal Lust einen Verriss zu schreiben. Einen ganz fiesen, alles zerfetzenden, echt gemeinen Kommentar. Beim schweifenden Blick durch die Videothek fiel mir da sofort dieser Titel ins Auge. MACHINE. GUN. PREACHER. Ein Blick in den Klappentext verrät: Ein ehemaliger, süchtiger, harleyfahrender Schlägertyp wird gläubig und beschließt, den Kinder in Afrika zu helfen – mit seiner MACHINE GUN. Augenscheinlich perfekter Stoff für einen Verriss. Doch dann machte sich schwere Enttäuschung breit. Ja, der Film ist totaler Mist und trieft nur so vor den Idealen des religiösen Amerikas, gepaart mit jeder Menge Waffenliebe. Die allermeiste Zeit will man die Hände über dem Kopf zusammenschlagen wegen den platten Aussagen und der vorhersehbaren Handlung. Interessant an allem ist eigentlich nur die Figur Sam Childers, vor allem seine Entwicklung gegen Ende hin – alle anderen Figuren sind austauschbar und zweidimensional.

ABER der Film bezieht sich auf eine real existierende Persönlichkeit, ja, angeblich sogar auf wahre Begebenheiten. Und irgendwie verbietet es nun mein Gewissen diesen Film vollends durch den Matsch zu ziehen. Würde ich also die Handlungen der Hauptfigur kritisieren, dann wäre das irgendwie auch Kritik am real existierenden Menschen und das will ich nun auch wieder nicht. Also keine alles zerfetzende Kritik. Das Thema ist auch ein schwieriges, auch wenn mir die Lösung der Konflikte in Afrika durch die eigenartige Vermischung von Religion und Waffengewalt irgendwie widerstrebt. Man kann sich den Film jedenfalls mal ansehen, irgendwie hätte man das meiner Meinung nach auch alles anders machen können, das Thema zum Beispiel weniger pathetisch und mit dem Holzhammer vertiefen können. Und irgendwie kann man auch weder Plakat oder andere Werbung noch den Trailer so richtig ernst nehmen.

Wer sich mehr für das Thema interessiert, kann ja mal auf der Seite des echten Machine Gun Preacher vorbeischauen.

Bewertung: 4/10

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