Maleficent – Die dunkle Fee

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Nach „Spieglein Spieglein“, „Snow White and the Huntsman“ und „Jack and the Giants“ geht es weiter im Märchen-Realverfilmungs-Reigen. Um das Interesse des Zuschauers nicht schon von Beginn an abzutöten, indem man ewig dieselbe Geschichte wiederkäut, wurde natürlich auch die Handlung in „Maleficent – Die dunkle Fee“ entsprechend abgewandelt. Anstatt wie im Zeichentrick-Klassiker von 1959 den Fokus auf die schöne Prinzessin Aurora zu legen, wird in „Maleficent“ die Geschichte der namensgebenden Fee beleuchtet, die die Prinzessin mit dem schrecklichen Fluch belegt.

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Die Handlung setzt lange Zeit vor Aurora ein. Der Zuschauer wird in eine Welt mit zwei Königreichen eingeführt, das eine ist ein Königreich der Menschen, das andere wird von magischen Wesen bevölkert. Eines Tages treffen sich die junge Fee Maleficent und der Menschenjunge Stefan, freunden sich an und verlieben sich letztendlich ineinander. Stefans Gier und Ehrgeiz treiben ihn schließlich dazu, Maleficent zu hintergehen, um selbst den Thron im Königreich der Menschen einnehmen zu können. Maleficent wird zur dunklen Fee, die nach Rache dürstet und schließlich den bekannten Fluch ausspricht.

Obwohl sich der Inhalt von „Dornröschen“ und „Maleficent“ in einigen Punkten unterscheidet, gibt es viele Parallelen, die vor allem optisch untermauert werden. Abgesehen von den Ähnlichkeiten in Kostüm und Erscheinung Maleficents, König Stefans und vielen anderen bekannten Charakteren, gibt es immer wieder Überschneidungen in Optik und Komposition einiger Szenen. Vor allem die Szene, in der Maleficent den Fluch ausspricht, scheint fast 1:1 in die Realverfilmung übertragen worden zu sein. Auch später z.B. bei der Szene mit dem Spinnrad gibt es optische Überschneidungen mit dem Disney-Klassiker, die als große Liebeserklärung an das Original und auch als besonderes Bonbon für alle älteren Fans gesehen werden können. Dass es auch Kennern von „Dornröschen“ nicht langweilig wird, liegt vor allem an der ausgebauten und umgedeuteten Geschichte in „Maleficent“, die mit vielen interessanten Details rund um die Beweggründe der bösen Fee aufwartet. Es entsteht eine erfrischende Symbiose aus Altbekanntem und Neuem, die alte und junge Zuschauer unterhält.

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Dazu kommt das facettenreiche Schauspiel von Angelina Jolie, die für diesen Film absolut perfekt gecastet wurde und die Maleficent glaubwürdig und sympathisch verkörpert. Die einzige wirklich interessante Figur neben Maleficent ist der Rabe und Diener Diaval, der von Sam Riley gespielt wird und als Einziger die Handlungen der Fee hinterfragt und sich hin und wieder amüsante Wortgefechte mit ihr liefert. Elle Fanning macht das Beste aus ihrer Rolle als ach so perfekte Aurora und bringt einen angenehmen kindlichen Charme und Naivität in die Figur. Alle anderen Charaktere wirken leider sehr zweidimensional, vor allem die Feen machen keine besonders gute Figur und dienen lediglich als Vorlage für billigen Slapstick.

Alles in allem ist „Maleficent – Die dunkle Fee“ ein gelungener und unterhaltsamer Film, der trotz der etwas düsteren Ausrichtung nie seinen märchenhaften Charme verliert. Angelina Jolie vermag in ihrer Rolle als böse Fee voll und ganz zu überzeugen und auch das Ende erscheint passend. Disney emanzipiert sich offensichtlich von den typischen Handlungsabläufen früherer Märchenfilme, huldigt aber trotzdem mit Optik und Komposition dem Klassiker „Dornröschen“. Mein kleines persönliches Highlight war übrigens Lana Del Reys Interpretation von „Once Upon A Dream“, deshalb gibts das hier nochmal zum Anhören.

Bewertung: 7,5/10

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