Minions

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© Universal Pictures International Germany GmbH

Ich – Einfach unverbesserlich Teil 1 und 2 waren finanziell erfolgreiche Filme, weshalb es niemanden wundern dürfte, dass die kleinen gelben Helfer, die Minions, ihr eigenes Spin-Off bekommen, wie es bereits das Madagascar-Franchise so ähnlich mit den Pinguinen vormachte. Mir persönlich haben bereits die ersten beiden Filme nicht ganz so gut gefallen, der erste (6/10) noch etwas besser als der zweite (5/10). Die diversen Kurzfilme, bei denen die Minions im Vordergrund standen, fand ich hingegen recht unterhaltsam, weshalb ich mir dann natürlich auch diesen Langfilm ansehen wollte.

Die Minions gibt es schon sehr viel länger als die Menschen und sie sind immer auf der Suche nach einem Bösewicht, dem sie dienen können. Durch ihre tolpatschige Art sorgen sie meist recht schnell dafür, dass ihr neuer Boss stirbt. 1968 machen sich die drei Minions Bob, Kevin und Stuart auf den Weg nach Amerika, wo sie auf einer Bösewichtversammlung von Scarlett Overkill angeheuert werden, welche die Krone von Queen Elizabeth II stehlen möchte. Zwar können die Minions diesen Auftrag ausführen, allerdings wird Bob nebenbei König von England, was natürlich nicht zu Scarletts Plan gehörte.

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Seine Rede, in der er die Briten mit einem gebrüllten „KING BOB!“ zum frenetischen Applaudieren und Jubeln bringt, mit seinem sonstigen Minionsprech aber nur Verwunderung hervorruft, ist symptomatisch für den Humor in Minions. Während die zwei Vorgänger etwas für die ganze Familie waren, ist Minions ein reiner Kinderfilm. Die Geschichte und die Charaktere haben keinerlei Substanz, sondern dienen lediglich als Vehikel dafür, dass die Minions 91 Minuten lang das machen können, was in den ersten beiden Filmen noch zu den witzigen Momenten zählte. Auf Spielfilmlänge gestreckt funktioniert das aber nicht, Sidekicks heißen aus gutem Grund Sidekicks. Scarlett Overkill ist als Antagonistin uninteressant und kein Vergleich zu Gru, dem man beim Schreiben Charakter und Charakterentwicklung sowie in diesem Film einen kleinen Gastauftritt zugebilligt hat. Scarlett wird als starke Frau, als neuer Stern am Bösewichthimmel eingeführt; sie nimmt es mit den größten und stärksten Männern spielend auf, nur um dann in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Ohne die Erfindungen ihres Mannes wäre sie vermutlich auch ziemlich aufgeschmissen. Richard Nixon, der bereits bei der Ankunft der Minions in New York angeteasert wird und an der Bösewichtversammlung in Orlando teilnimmt, wäre ein interessanterer Bösewicht geworden, zweifelslos hätte auch die Storyline davon profitiert.

Die Animation ist gut und detailliert (Settings und Londoner Bevölkerung), zudem enthält der Film einige Referenzen zur Popkultur der 60er-Jahre, die der Zielgruppe zwar nicht auffallen werden, dem aufmerksamen Zuschauer jedoch immerhin etwas bieten.

Bewertung: 4/10

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