Oculus

© Relativity / Square One Entertainment
© Relativity / Square One Entertainment

Was genau in jener schicksalsträchtigen Nacht in ihrer Kindheit passiert ist, wissen nur die beiden Geschwister Tim und Kaylie. Nach außen hin scheint es jedenfalls so, als hätte der kleine Tim seine Eltern erschossen. Nach seiner Entlassung aus der entsprechenden Anstalt einige Jahre später wird er von Kaylie und ihrem Plan überrascht – sie will die unbedingt die Unschuld ihres Bruders beweisen. Denn die Schuld an den Ereignissen trägt ihrer Meinung nach ein schnörkeliger Spiegel, der von bösen Geistern besetzt zu sein scheint. Mit modernster Technik gewappnet, will sie sich mithilfe ihres Bruders den Mächten der Finsternis stellen.

Das Böse aus dem Spiegel – die Grundidee von Oculus vermag dem Horrorfan zunächst einmal nicht sonderlich neu erscheinen. Die Kindheitserinnerungen der beiden Geschwister machen ebenfalls erstmal den Eindruck, man hätte es mit einem guten, alten Haunted-House-Streifen mit dem Accessoire Spiegel zu tun. Im Verlauf der immer undurchsichtiger werdenden Handlung entfaltet sich jedoch ein verwirrendes Gebilde aus Erinnerungen, vermeintlichen Geisterjäger-Einschüben und wirren Fantasien.

© Relativity / Square One Entertainment
© Relativity / Square One Entertainment

Die schnellen Schnitte und ständiges Wechseln zwischen Vergangenheit und filmischer Gegenwart macht die Verwirrung beim Zuschauer perfekt. Das ständige Rätselraten macht eine ganze Weile lang Spaß und die eigentümlichen Fähigkeiten des unheimlichen Spiegels sind in der Tat ziemlich cool – aber irgendwann stellt sich leider ein Gefühl der Überforderung ein. Ist es ein Traum? Eine Einbildung? Die Realität? Ab einem gewissen Zeitpunkt ist das nicht nur enorm verwirrend, sondern irgendwie auch egal.

Trotzdem vermag die Handlung mitzureißen und zu überzeugen. Die verarbeiteten Ideen sind frisch und interessant und ein paar Schreckmomente garantiert, auch wenn der Film nie vollendete Super-Gruseligkeit erreicht. Ein kleiner Minuspunkt sind neben der crazy Verwirrung leider auch einige fehlende Schauspielfähigkeiten, die aber glücklicherweise nicht zu arg ins Gewicht fallen. Alles in allem ein solider Horrorfilm, den man sich auf jeden Fall einmal anschauen kann.

Bewertung: 7/10

Diese Kritik ist ein Teil des diesjährigen Horrorctober – eine coole Bloggeraktion auf Cinecouch. Mitmachen kann man den ganzen Oktober – guckt mal rein und schaut euch noch mehr Gruseliges von anderen Teilnehmern an.

Horrorctober-2015

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