On the Road

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„Bist du auf dem Weg irgendwohin oder nur unterwegs?“ „Unterwegs.“

Nach dem Tod seines Vaters hängt der junge Beatnik Sal Paradise in den Seilen – bis er den interessanten jungen Mann Dean Moriarty kennenlernt. Rauchend, trinkend und immer auf der Suche nach jungen Mädchen schlagen sie sich zunächst die Nächte um die Ohren, um dann trampend ganz Amerika unsicher zu machen – immer mit dem Notizblock im Anschlag.

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Der Film beginnt mit zwei laufenden Beinen auf einer Straße. Vielleicht keine gänzlich neue Idee, um dem Zuschauer klar zu machen, dass er sich im Folgenden mit dem Thema Reise beschäftigen wird, aber für mich persönlich immernoch faszinierend, ja vielleicht sogar hypnotisierend. Reisen, unterwegs sein, weg von zu Hause sein, nicht immer mit Ziel – darum geht es also in diesem Film wie auch schon im gleichnamigen Kultroman des Beatniks Jack Kerouac. Als Zuschauer darf man diese Reisen visuell auskosten: endlose Straßenszenen, tolle Fahrten im Auto, Landschaften so weit das Auge reicht und interessante Personen begegnen uns in diesem Roadmovie. Vor allem die sonst so humorlose Kristen Stewart macht ihren Job ganz gut, passt ihre etwas gelangweilte Miene doch irgendwie ziemlich gut in diesen Film. Die Dame weiß ansonsten auch mit Nacktauftritten und extatischen Tanzeinlagen zu überraschen – sehr nett das Ganze! Auch die anderen Darsteller machen ihre Sache sehr gut und sind angenehm glaubwürdig. Obwohl man am Anfang des Films schön in die Handlung gesogen wird, wird der Film zum letzten Drittel hin immer dröger, die Handlung stagniert auf seltsame Weise und man beginnt sich leider etwas zu langweilen. Schade, wo doch alles mit den laufenden Beinen so gut angefangen hatte! Hervorzuheben ist auf jeden Fall noch die wunderbare Musik, die (logischerweise) eine wichtige Rolle spielt und dem Film eine angenehme Lebendigkeit einzuhauchen vermag.

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Aus einem Kultroman einen Film zu machen ist keine leichte Kiste – das merkte in diesem Fall sogar der Autor Jack Kerouac. Schon 1957, also im Erscheinungsjahr des Romans, hatte er genaue Vorstellungen von der filmischen Umsetzung und auch von der Besetzung, so schrieb er Marlon Brando einen Brief mit einem Angebot für die Rolle des Dean Moriarty. Leider gab es nie eine Antwort. 1979 kaufte Francis Ford Coppola die Rechte, der dann viel Zeit und Energie darauf verwandte, einen geeigneten Drehbuchschreiber zu finden – leider ohne Erfolg. Als Coppola „The Motorcycle Diaries“ von Walter Salles sah, fragte er ihn als Regisseur an und nach einigem weiteren Hin und Her wegen der Finanzierung stand endlich das Team fest. Walter Salles bereitete sich intensiv auf den Job vor, indem er im Vorhinein einen Dokumentarfilm über „On the Road“ drehte, dabei die gleichen Reisen unternahm wie die Romanfiguren und sich mit Beatpoeten unterhielt, die Kerouac gekannt hatten.

Insgesamt gelingt es Regisseur Walter Salles eine dichte und intensive Atmosphäre aufzubauen und das Gefühl von Freiheit, Unabhängigkeit und Fernweh zu transportieren. Die Aufregung vor einer Reise, das Unterwegssein, das Loslassen sämtlicher Alltagssorgen auf den unbekannten Straßen, das Jungsein und das Genießen des Augenblicks – in all diese Gefühlswelten kann sich der Zuschauer fallen lassen.

Mit diesem Blogeintrag nehme ich an der Blogparade des Metabolisten zum Thema „Reise“ teil. Bei Interesse kann man noch bis zum 11.03.13 teilnehmen!

Bewertung: 4,5/10

4 Comments

  1. Ich fand die Musik im Trailer sooo schön! Hab aber schon wieder den Titel vergessen….
    Nach dieser Rezension werde ich mir den Film mal anschauen – zumindest den ersten Teil 😉
    Ich bin leider ein wenig kritisch gegenüber der ewigen Sinnsuche, ohne dass die Menschen etwas auf die Reihe kriegen. Klar ist das eine Phase, und zwar eine sehr wichtige, aber sie kann doch nicht das ganze Leben andauern, ohne Ergebnis sein und noch andere mit runter ziehen… Daher hab ich mir den Film bisher noch nicht angesehen.

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