Oscars 2013

USA FEATURE PACKAGE OSCARS

Nun ist es also endlich so weit. Der wichtigste Filmpreis Hollywoods gibt seine Nominierungen bekannt und die ganze Welt ist aus dem Häuschen. Viele vorhersehbare aber auch einige überraschende Nominierungen sind dabei. Die meisten Nominierungen kann dieses Jahr „Lincoln“ verzeichnen, der in 12 Kategorien dabei ist, auf den deutschen Kinostart müssen wir leider noch bis zum 24.01. warten, dann kann man sich ein Bild von diesem Nominierungswunderland machen. Dicht gefolgt wird 7445283.binSpielbergs Machwerk von Ang Lees „Life of Pi“ mit elf Nominierungen und von „Les Miserables“ und „Silver Linings“ mit jeweils acht Nominierungen. Eine der überraschenden Nominierungen ist wohl eindeutig „Liebe“ von Michael Haneke, der als französisch-deusch-österreichische Koproduktion fünf Nominierungen verzeichnen kann, unter anderem in den Kategorien „Bester Film“ und „Beste Hauptdarstellerin“, wobei Emanuelle Riva mit 85 Jahren die älteste jemals nominierte Darstellerin ist. Konkurrenz gibt es dabei direkt aus der Grundschule, denn auch die neunjährige Quvenzhané Wallis aus „Beasts of the Southern Wild“ ist in dieser Kategorie nominiert und bricht damit ebenfalls einen Altersrekord. Es wird also sehr spannend am 24.02.2013, wenn die Oscarverleihung in die 85. Runde geht. Zum Glück ist also noch ein wenig Zeit, um sich mit den Nominierten vertraut zu machen und sich für den persönlichen Gewinner zu entscheiden.

Persönlich hat mich eigentlich besonders interessiert, wer überhaupt über die Nominierungen und auch die letztendlichen Gewinner entscheidet und wie die Nominierungen überhaupt zustande kommen. Ich lasse euch nun also an den Ergebnissen meiner tiefgreifenden Recherchen teilhaben.

Wer ist die Jury? Die Jury setzt sich aus Mitgliedern der Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) zusammen. Die Academy wurde 1927 gegründet, ist eine gemeinnützige Organisation und setzt sich für den Fortschritt der Filmwirtschaft ein. Sie unterstützt Forschungen und fördert den kulturellen, technischen und pädagogischen Fortschritt der Filmindustrie. Mitglied kann nur werden, wer eine Einladung des Board of Governors erhält. Diese Einladungen bekommen Personen, die sich für die Filmkunst einsetzen oder die eben Oscarpreisträger sind. Da die Academy mit Namen etwas geizt, ist nicht 100% sicher, welche Persönlichkeiten Mitglieder sind, man nimmt aber an, dass die meisten bedeutenden Personen Hollywoods Mitglied sind und dass es mehr als 6000 Mitglieder gibt. Namhafte Mitglieder sind unter anderem Wes Anderson, Tim Burton, Pedro Almodóvar, Lasse Hallström, Christopher Nolan, Colin Firth, Harrison Ford, Julianne Moore, Mo’Nique, Jennifer Hudson, T Bone Burnett, Jake Gyllenhaal, James Mc Avoy und Christoph Waltz.

Wer kann mitmachen? Im Grunde genommen ist jeder Film,der zwischen dem 01.01. und dem 31.12. des jeweiligen Jahres mindestens 7 Tage am Stück gegen Entgeld in einem Kino im Los Angeles County lief, für den Oscar qualifiziert. Als Film gilt ein Machwerk, das mindestens 40 Minuten Spielzeit hat und als 35mm oder 70mm Kopie oder als 24fps oder 48fps Digitalkinoformat gezeigt wurde, dabei ist es völlig unwichtig, ob der Film amerikanisch oder ausländisch ist. So ist also zunächst erstmal jeder Film, der diese Kriterien erfüllt, ohne Bewerbung oder Ähnliches dabei. 2012 qualifizierten sich auf diesem Wege 282 Filmproduktionen, nur in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“ und „Bester ausländischer Film“ gibt es Bewerbungsverfahren, so kann zum Beispiel pro Nation nur ein Film ins Rennen geschickt werden. Anders als man vielleicht vermuten würde, hat die Auswahl also auch nichts mit dem Einspielergebnis oder Bewerbungsgeldern zu tun.

Wie wird die Auswahl für die Nominierungen getroffen und wie wird letztendlich abgestimmt? Am Ende des Jahres stellt die Akademie eine Liste mit allen in Frage kommenden Filmen zusammen, die Nominierungen werden von den Akademiemitgliedern gewählt. Dabei kann aber nur in der eigenen Profession gewählt werden, Regisseure wählen Regisseure, Schauspieler Schauspieler usw., nur beim „Besten Film“ dürfen alle abstimmen. Die Filme mit den meisten Stimmen werden dann in den Kategorien nominiert und auf eine bestimmte Anzahl eingegrenzt (bester Film: 9 Plätze, alle anderen: 5 Plätze). Nachdem die Nominierungen bekannt gegeben sind, haben alle Mitglieder mehr als einen Monat Zeit, sich die Filme anzusehen. Dazu steht ihnen das Kino der Academy zur Verfügung und alle erhalten die Filme zusätzlich auf DVD. Nun sind alle Mitglieder für jede Kategorie wahlberechtigt und sie haben die Möglichkeit ihre Stimmen bis 1 Woche vor der Verleihung abzugeben. Die Stimmen werden dann von drei vereidigten Notaren ausgezählt und die Oscars an die Kanditaten mit den meisten Stimmen vergeben. Sollten zwei Kandidaten dieselbe Stimmenanzahl haben, bekommen beide eine Auszeichnung.

Und weils so schön war und wir jetzt alle verstanden haben, dass die Oscars nicht von 3 altehrwürdigen Männern verliehen werden, die taub, blind und eingerostet sind, kommen jetzt noch alle Nominierten. Gute Nacht!

Bester Film

Argo – Grant Heslov, Ben Affleck, George Clooney
Beasts of the Southern Wild – Dan Janvey, Josh Penn, Michael Gottwald
Django Unchained – Stacey Sher, Reginald Hudlin, Pilar Savone
Liebe (Amour)
Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger (Life of Pi) – Gil Netter, Ang Lee, David Womark
Lincoln – Steven Spielberg, Kathleen Kennedy
Les Misérables – Tim Bevan, Eric Fellner, Debra Hayward, Cameron Mackintosh
Silver Linings (Silver Linings Playbook) – Donna Gigliotti, Bruce Cohen, Jonathan Gordon
Zero Dark Thirty – Mark Boal, Kathryn Bigelow, Megan Ellison

Beste Regie

Michael Haneke – Liebe (Amour)
Ang Lee – Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger (Life of Pi)
David O. Russell – Silver Linings (Silver Linings Playbook)
Steven Spielberg – Lincoln
Benh Zeitlin – Beasts of the Southern Wild

Bester Hauptdarsteller

Bradley Cooper – Silver Linings (Silver Linings Playbook)
Daniel Day-Lewis – Lincoln
Hugh Jackman – Les Misérables
Joaquín Phoenix – The Master
Denzel Washington – Flight

Beste Hauptdarstellerin

Jessica Chastain – Zero Dark Thirty
Jennifer Lawrence – Silver Linings (Silver Linings Playbook)
Emmanuelle Riva – Liebe (Amour)
Quvenzhané Wallis – Beasts of the Southern Wild
Naomi Watts – The Impossible

Bester Nebendarsteller

Alan Arkin – Argo
Robert De Niro – Silver Linings (Silver Linings Playbook)
Philip Seymour Hoffman – The Master
Tommy Lee Jones – Lincoln
Christoph Waltz – Django Unchained

Beste Nebendarstellerin

Amy Adams – The Master
Sally Field – Lincoln
Anne Hathaway – Les Misérables
Helen Hunt – The Sessions – Wenn Worte berühren (The Sessions)
Jacki Weaver – Silver Linings (Silver Linings Playbook)

Bestes Originaldrehbuch

Liebe (Amour) – Michael Haneke
Django Unchained – Quentin Tarantino
Flight – John Gatins
Moonrise Kingdom – Wes Anderson, Roman Coppola
Zero Dark Thirty – Mark Boal

Bestes adaptiertes Drehbuch

Argo – Chris Terrio
Beasts of the Southern Wild – Lucy Alibar, Benh Zeitlin
Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger (Life of Pi) – David Magee
Lincoln – Tony Kushner
Silver Linings (Silver Linings Playbook) – David O. Russell

Bester Animationsfilm

Merida – Legende der Highlands (Brave) – Mark Andrews, Brenda Chapman
Frankenweenie – Tim Burton
ParaNorman – Sam Fell, Chris Butler
Die Piraten! – Ein Haufen merkwürdiger Typen (The Pirates! Band of Misfits) – Peter Lord
Ralph reichts (Wreck-It Ralph) – Rich Moore

Bester fremdsprachiger Film

Die Königin und der Leibarzt (En kongelig affære) – Dänemark (Regie: Nikolaj Arcel)
Kon-Tiki – Norwegen (Regie: Joachim Rønning und Espen Sandberg)
Liebe (Amour) – Österreich (Regie: Michael Haneke)
No – Chile (Regie: Pablo Larraín)
Rebelle (War Witch) – Kanada (Regie: Kim Nguyen)

Bester animierter Kurzfilm

Adam and Dog – Minkyu Lee
Fresh Guacamole – PES
Head over Heels – Timothy Reckart, Fodhla Cronin O’Reilly
Der längste Kita Tag (The Longest Daycare) – David Silverman
Im Flug erobert (Paperman) – John Kahrs

Bester Kurzfilm

Asad – Bryan Buckley, Mino Jarjoura
Buzkashi Boys – Sam French, Ariel Nasr
Curfew – Shawn Christensen
Death of a Shadow – Tom Van Avermaet, Ellen De Waele
Henry – Yan England

Bestes Szenenbild

Anna Karenina – Sarah Greenwood, Katie Spencer
Der Hobbit – Eine unerwartete Reise (The Hobbit: An Unexpected Journey) – Dan Hennah, Ra Vincent, Simon Bright
Les Misérables – Eve Stewart, Anna Lynch-Robinson
Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger (Life of Pi) – David Gropman, Anna Pinnock
Lincoln – Rick Carter, Jim Erickson

Beste Kamera

Anna Karenina – Seamus McGarvey
Django Unchained – Robert Richardson
Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger (Life of Pi) – Claudio Miranda
Lincoln – Janusz Kamiński
James Bond 007: Skyfall (Skyfall) – Roger Deakins

Bestes Kostümdesign

Anna Karenina – Jacqueline Durran
Les Misérables – Paco Delgado
Lincoln – Joanna Johnston
Spieglein Spieglein – Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen (Mirror Mirror) – Eiko Ishioka
Snow White and the Huntsman – Colleen Atwood

Bester Dokumentarfilm

5 Broken Cameras – Emad Burnat, Guy Davidi
The Gatekeepers
How to Survive a Plague
The Invisible War
Searching for Sugar Man

Bester Dokumentar-Kurzfilm

Inocente – Sean Fine, Andrea Nix Fine
Kings Point – Sari Gilman, Jedd Wider
Mondays at Racine – Cynthia Wade, Robin Honan
Open Heart – Kief Davidson, Cori Shepherd Stern
Redemption – Jon Alpert, Matthew O’Neill

Bester Schnitt

Argo – William Goldenberg
Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger (Life of Pi) – Tim Squyres
Lincoln – Michael Kahn
Silver Linings (Silver Linings Playbook) – Jay Cassidy, Crispin Struthers
Zero Dark Thirty – Dylan Tichenor, William Goldenberg

Bestes Make-Up und beste Frisuren

Hitchcock – Howard Berger, Peter Montagna, Martin Samuel
Der Hobbit – Eine unerwartete Reise (The Hobbit: An Unexpected Journey) – Peter Swords King, Rick Findlater, Tami Lane
Les Misérables – Lisa Westcott, Julie Dartnell

Beste Filmmusik

Anna Karenina – Dario Marianelli
Argo – Alexandre Desplat
Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger (Life of Pi) – Mychael Danna
Lincoln – John Williams
James Bond 007: Skyfall (Skyfall) – Thomas Newman

Bester Filmsong

Before My Time aus Chasing Ice – Joshua Ralph
Everybody Needs A Best Friend aus Ted – Walter Murphy, Seth MacFarlane
Pi’s Lullaby aus Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger (Life of Pi) – Mychael Danna, Bombay Jayashri
Skyfall aus James Bond 007: Skyfall (Skyfall) – Adele Adkins, Paul Epworth
Suddenly aus Les Misérables – Claude-Michel Schönberg, Herbert Kretzmer, Alain Boublil

Bester Ton

Argo – John Reitz, Gregg Rudloff, Jose Antonio Garcia
Les Misérables – Lon Bender, Andy Nelson, Mark Paterson, Simon Hayes
Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger (Life of Pi) – Ron Bartlett, D.M. Hemphill, Drew Kunin
Lincoln – Andy Nelson, Gary Rydstrom, Ronald Judkins
James Bond 007: Skyfall (Skyfall) – Scott Millan, Greg P. Russell, Stuart Wilson

Bester Tonschnitt

Argo – Erik Aadahl, Ethan Van der Ryn
Django Unchained – Wylie Stateman
Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger (Life of Pi) – Eugene Gearty, Philip Stockton
James Bond 007: Skyfall (Skyfall) – Per Hallberg, Karen Baker Landers
Zero Dark Thirty – Paul N.J. Ottosson

Beste visuelle Effekte

Der Hobbit – Eine unerwartete Reise (The Hobbit: An Unexpected Journey) – Joe Letteri, Eric Saindon, David Clayton, R. Christopher White
Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger (Life of Pi) – Bill Westenhofer, Guillaume Rocheron, Erik-Jan De Boer, Donald R. Elliott
Marvel’s The Avengers (The Avengers) – Janek Sirrs, Jeff White, Guy Williams, Dan Sudick
Prometheus – Dunkle Zeichen (Prometheus) – Richard Stammers, Trevor Wood, Charley Henley, Martin Hill
Snow White and the Huntsman – Cedric Nicolas-Troyan, Philip Brennan, Neil Corbould, Michael Dawson

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