Pacific Rim

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© Warner Bros.

Die Welt in nicht allzu weit entfernter Zukunft: im pazifischen Ozean öffnet sich ein geheimnisvolles Tor zu einer anderen Dimension, aus dem immer wieder riesige Monster erscheinen, die die Menschheit bedrohen. Um sich gegen die zerstörerischen Giganten zu verteidigen, erschaffen die Menschen monströs große Roboter, denen sie passenderweise den Namen Jaeger geben. Wir begleiten den Jaeger-Veteran Raleigh Becket und die junge, nach Rache lüstene Mako Mori, die zusammen einen der letzten verbleibenden Jaeger in die finale Schlacht führen sollen.

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© Warner Bros.

Bei diesem Science-Fiction-Spektakel „Pacific Rim“ des Regisseurs und Produzenten Guillermo del Toro kann man als Action-Fan nicht viel falsch machen. Obwohl die Idee von riesigen Robotern, die gegen noch riesigere Monster kämpfen, nicht nur aus dem asiatischen Film schon bekannt ist, wurden diese Schlachten wohl noch nie zuvor so actionreich und stylisch präsentiert. Materialschlachten ohne Ende, rasante und dynamische Kämpfe und totale Zerstörung einiger Städte machen jede Menge Spaß und werden immer wieder abwechslungsreich und spannend vorgetragen. Die verschiedenen Roboter und ihre Waffen und die mannigfalten Ausformungen der Monster sind sehenswert und interessant und vermögen es, die Aufmerksamkeit des Zuschauers zu fesseln. Dem Publikum werden epochale Bilder und spannungsreiche Bildkompositionen geboten, die Optik des Films ist ungewohnt dreckig und angenehm wenig hochglänzend. Dadurch wird eine faszinierende Cyberpunk-Atmosphäre erschaffen, die einen besonderen Reiz ausübt. Auch die Musik des Hans-Zimmer-Lehrlings Ramin Djawadi passt größtenteils gut in „Pacific Rim“, nur an wenigen Stellen wirkt sie störend.

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© Warner Bros.

So aufregend und bildgewaltig die Schlachten und Roboter auch sind, sie vermögen es leider trotzdem nicht über die Vorhersehbarkeit der Geschichte und der Handlungen der Charaktere hinwegzutäuschen. Die schnelle Einführung am Anfang des Films ist zwar ein hervorragender Einstieg ins Geschehen und führt schnell zum ersten Kampf, ist jedoch auch symptomatisch für den gesamten Film. Es wird sich trotz ausufernder Filmlänge wenig Zeit für Figuren und Charakterentwicklung genommen und sehr viel mehr Zeit für actiongeladene Kämpfe. Diese Vorgehensweise war zwar zu erwarten, stört aber trotzdem den Filmgenuss. Die Charaktere sind nicht unbedingt von besonderer Tiefgründigkeit geprägt, vor allem die Nebenfiguren sind zum Teil zu stark überzeichnet und verkommen zu bloßen Karikaturen – schlimmstes Beispiel: die Wissenschaftler. Doch auch wer sich nach dem Sichten des Trailers auf ein ebenbürtiges Team im Kopf des Roboters gefreut hat, wird leider enttäuscht. Obwohl Mann und Frau im Roboter Seite an Seite kämpfen, ist Mako Mori voll und ganz von den Männern um sie herum abhängig und darf überhaupt nur in den Kampf ziehen, weil ein Mann sich für sie eingesetzt hat. Natürlich wird sie auch mehrmals abenteuerlich gerettet und es gibt sogar Schlägereien um sie, bei denen sie nur mit großen Augen daneben steht. Durch den Bechdel Test fällt „Pacific Rim“ leider ganz klar durch, denn es gibt im Grunde keine weitere wichtige weibliche Figur neben Mako Mori und Gespräche zwischen Frauen nun schon gar nicht. Auffällig war auch das konsequente Fehlen des weiblichen Geschlechts in jeglichen Statisten-Rollen außer den verängstigten Passanten – im Labor oder in der Kontrollzentrale war keine Dame zu entdecken. Das ist nicht nur sehr schade, sondern für eine Produktion von diesem Ausmaß auch völlig inakzeptabel.

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© Warner Bros.

Insgesamt ist „Pacific Rim“ vor allem etwas für Freunde der gepflegten Action im enormen Ausmaß, denn coole Roboter, schleimige Monster und ohrenbetäubende Explosionen machen den Film zu einer wahren Fundgrube des Science Fiction und vermögen zu betören. Die Geschichte ist trotz einiger Vorhersehbarkeit unterhaltsam und mitreißend und langweilt in keiner der 131 Filmminuten. Die Charaktere sind zwar etwas platt und werfen gern mit noch platteren Sprüchen um sich, doch wer darüber und über einige Logikfehler großzügig hinwegsehen kann, wird sicherlich seinen Spaß mit „Pacific Rim“ haben, der wegen der ausladenen Bilder am besten auf der Kinoleinwand genossen werden sollte.

Bewertung: 6,5/10

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4 Comments

  1. Peter

    Gute Kritik. Ich muss allerdings sagen, dass ich mich recht oft (grade im schleppenden Mittelteil) gelangweilt habe. Wenn man schon auf eine Story und gute Charaktere verzichtet, sollte man nicht so tun als hätte man diese und mit sinnfreiem pathetischen gelaber langweilen. Die Zeit hätte man besser für coole Fights nutzen können, dann hätte der Film mich vielleicht auch überzeugt.

    Kleine Anmerkung zu deinen Kirtiken: Eine Bewertung in Form von Punkten wäre evtl. noch hilfreich um zu sehen wo du den Film einordnest. Bei deiner Kritik könnte er irgendwo zwischen 5-9 liegen.

  2. Ich war phasenweise entsetzt von dem FIlm. Von Guillermo del Toro hatte ich mir etwas mehr Story erwartet. Die Action war zwar beeindruckend, aber leider wurde es in den Zweikämpfen recht unübersichtlich. Hab‘ den Film auch in meinem Blog „Die Nacht der lebenden Texte“ rezensiert.

    Bei Moviepilot bin ich auch. Schönes Filmportal.

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