Pawn Shop Chronicles

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© Anchor Bay

Eine Kleinstadt in Amerika, ein Pfandleihhaus ein wenig außerhalb, in das sich nur selten einmal ein verzweifelter Kunde verirrt, der dringend Geld braucht, ein aufgedunsener Pfandleiher, der die Preise drückt, einige Junkies auf der Suche nach dem nächsten Kick, ein alt gewordener Elvis-Imitator, der von Ruhm und Reichtum träumt, zwei verfeindete Friseursalons und nicht zuletzt der Teufel – das sind noch längst nicht alle Zutaten, die dem Zuschauer in „Pawn Shop Chronicles“ um die Ohren gehauen werden. Der abgedrehte Episodenfilm mit Star-Besetzung hat noch viele weitere Überraschungen zu bieten und die sind definitiv nichts für schwache Nerven.

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© Anchor Bay

Die Handlung in „Pawn Shop Chronicles“ ist so unterhaltsam wie spannend – alle Geschichten beginnen oder enden irgendwie beim Pfandleiher (sehr passend: die Schabe Vincent D’Onofrio), der über die Jahre die Stadt und ihre durchgeknallten Bewohner kennengelernt hat. Insgesamt drei Handlungsstränge werden mehr oder weniger miteinander verknüpft und zu einem ansehlichen und interessanten Potpourri aus Verrücktheiten verkocht. Seien es nun die zitternden Meth Heads (überraschend gut: Paul Walker), die sich über ihren Hass zu Juden unsicher sind oder der treusorgende Ehemann, der seine verschwundene Frau wiederfinden und sich an ihren Peinigern rächen will – jede Geschichte ist sehenswert und ungewöhnlich.

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© Anchor Bay

Abgesehen von den durchweg überzeugenden Schauspielleistungen, deren ungeschlagener König Brendan Fraser als glühender Elvis-Verehrer ist, kann sich der Film wirklich sehen lassen. Die einzelnen Episoden sind grafisch wunderbar durch eine Blende zu Comic-Bildern verknüpft, was dem Ganzen einen besonderen Charme gibt. Sehr schön anzusehen und ungewöhnlich ist auch die Kameraarbeit, die immer wieder mit ungewohnten Perpektiven und einfallsreichen Überblendungen spielt. Witzige Dialoge und und skurrile Szenen runden den Film ab.

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© Anchor Bay

Insgesamt eignet sich „Pawn Shop Chronicles“ für einen bierseligen Abend in freundschaftlicher Runde genauso wie eine intensivere Sichtung in kleiner Gruppe. Obwohl manche Schauspieler auf den ersten Blick kaum wiederzuerkennen sind, liefern alle eine gute und überzeugende Perfomance ab. Mal lacht man, mal leidet man mit, mal ekelt man sich – nur langweilen wird man sich bei diesem Film ganz bestimmt nicht.

Bewertung: 7,0/10

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