Penny Dreadful Recap Episode 1.1 – Night Work

Penny Dreadful Serie Eva Green
© Showtime

Leichen, Monster, Übersinnliches – ab sofort gibt es an dieser Stelle ein wöchentliches Recap zur Horror-Serie „Penny Dreadful“, die am 11. Mai 2014 gestartet ist. Im viktorianischen London geht es heiß her, denn die Welt der Lebenden und der Toten vermischen sich und Vampire, zerhackstückelnde Monster und anderes Kroppzeuch geht auf Beutezug. Wieviel Blut geflossen ist, welche Figuren aufgetaucht sind und was passiert ist, kann von nun an hier nachgelesen werden – Spoiler ahead!

Die Serie: „Penny Dreadful“ spielt wie viele unserer liebsten Schauerromane im viktorianischen London und wird nicht nur von düsteren Wesen, sondern auch von einigen bekannten Roman-Figuren bevölkert. Die Serie bezieht sich auf die Groschenromane der vergangenen Ära, die für (na wer hätte es gedacht?) einen Penny erhältlich waren. Schockierend, schaurig und eben billig unterhielten die kleinen Hefte Generationen von Lesern und beflügeln die Phantasie der Menschen und auch Hollywoods bis heute.

Mit Sam Mendes als Produzent und John Logan als Drehbuchautoren findet sich ein Teil des Teams, das auch an „Skyfall“ mitgearbeitet hat, wieder zusammen. Der etwas düstere Anstrich des letzten Bond-Filmes (man denke nur an das Finale), passt auf jeden Fall zur Richtung, die „Penny Dreadful“ einschlägt. Die Regie in allen Episoden der ersten Staffel führt der spanische Regisseur Juan Antonio Bayona, der sich u.a. mit „Das Weisenhaus“ im Horror-Bereich etablieren konnte. Doch auch der Cast kann sich mit talentierten Schauspielern wie Eva Green, Josh Hartnett und Timothy Dalton durchaus sehen lassen.

Was passiert ist: Nach einer ziemlich unheimlichen, wenn auch nicht gerade innovativen Toiletten-Szene, bei der eine Frau ganz offensichtlich übel hergerichtet wurde, treffen wir das erste Mal auf eine der Hauptpersonen. Im stillen Kämmerlein betet eine junge Frau energisch zu einem Kruzifix an der Wand, aus der prompt ein Spinne krabbelt. Die Sache mit den Spinnen könnte später noch eine Rolle spielen – Nachtigall, ick hör dir trapsen! Als der Tag, der die Düsternis irgendwie nicht so recht vertreiben kann, wieder angebrochen ist, lernen wir den Cowboy Ethan Chandler (dunkle Vergangenheit, olé!) kennen, der in einer Wildwest-Show seine Schießeisen-Künste beweist. Das überzeugt scheinbar auch die kühle Vanessa Eves, die ihn daraufhin in einer Bar aufsucht und für einen geheimnisvollen Auftrag engagiert.

Am Abend treffen sich die beiden wieder und steigen in die dunklen Londoner Gefilde hinab. Nachdem sie den älteren Sir Malcolm aufgegabelt haben, gehts ohne Umschweife zum ersten Gefecht – unheimliche Vampirwesen und verrottende Leichenteile inklusive! Nachdem die Schlacht geschlagen ist, kommt Sir Malcolm zum Punkt. Die Vampire haben seine Tochter entführt und Vanessa (die im Übrigen ausgeprägte übersinnliche Kräfte und den besonders bösen Blick zu haben scheint) und auch Ethan sollen ihm bei ihrer Rettung behilflich sein. Nach allgemeiner Zustimmung zu dieser Tatsache geht es direkt zum nächsten ekligen Ort in Londons Untergrund, an dem Studenten und andere Mediziner an Leichen herumschnippeln.

Dort trifft die Gruppe auf einen jungen Mann, der ebenfalls für das hehre Ziel angeworben werden soll. Er untersucht sogleich eine der unheimlichen Monster-Leichen, die die anderen mitgebracht haben und entdeckt eigenartige Symbole, die sich tags darauf als offensichtlich sehr angsteinflößende ägyptische Hieroglyphen entpuppen. Schließlich kommt es zum Gespräch zwischen Sir Malcolm und dem jungen Mann, der sich alsbald als intelligenter und wissenshungriger Mensch herausstellt, der die Grenze zwischen Leben und Tod erforschen will. Wieder in seiner Wohnung entpuppt sich der Mann (spätestens jetzt für den Zuschauer erkennbar) als Dr. Frankenstein, der just in diesem Moment sein Werk vollendet. In einer gleichsam unheimlichen wie berührenden Szene steht er seinem selbst geschaffenen Menschen gegenüber.

Zitat dieser Folge: I’m trying to rescue my daughter. To save her I would murder the world.

Beste Szene: Das erste Aufeinandertreffen von Dr. Frankenstein und seinem Monster. In der gänzlich wortlosen Szene offenbart sich die gesamte Tragik und Dramatik um diese beiden Figuren.

Fazit: Die erste Folge von „Penny Dreadful“ zieht den Zuschauer in ihren Bann. Eine stimmige Atmosphäre und ein passendes Setting versetzt den Zuschauer in die richtige Stimmung und bereitet ihn auf die Vorstellung der Charaktere vor, die in der ersten Folge einen hohen Stellenwert einnimmt. Besonders interessant erscheint die Figur der Vanessa Eves, die ungeahnte Kräfte zu haben scheint und deren Motivation und Ziel bislang im Dunkeln liegt. Das Gleichgewicht zwischen dem Offenbaren von Inhalten und dem gleichzeitigen Erschaffen neuer Geheimnisse macht neugierig auf die nächste Episode, die bestimmt weitere bekannte Romanfiguren zutage fördern wird.

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