Penny Dreadful Recap Episode 1.2 – Séance

Eva Green as Vanessa Ives and Reeve Carney as Dorian Gray in Penny Dreadful
© Showtime

Leichen, Monster, Übersinnliches – ab sofort gibt es an dieser Stelle ein wöchentliches Recap zur Horror-Serie „Penny Dreadful“, die am 11. Mai 2014 gestartet ist. Im viktorianischen London geht es heiß her, denn die Welt der Lebenden und der Toten vermischen sich und Vampire, zerhackstückelnde Monster und anderes Kroppzeuch geht auf Beutezug. Wieviel Blut geflossen ist, welche Figuren aufgetaucht sind und was passiert ist, kann von nun an hier nachgelesen werden – Spoiler ahead!

Was passiert ist: Wie bereits in Folge 1 wird der Zuschauer mit einem kleinen Blutbad auf die Serie eingestimmt. Dieses Mal erwischt es eine holde Maid, die nur mal eben am Wegesrand ein Äpfelchen verdrücken wollte. Wenn das Ganze jetzt zur Gewohnheit wird, wäre es mir sehr recht, bald zu erfahren, von wem und warum diese Menschen niedergestreckt werden. Im Moment ist es aber noch ganz gut, dass die Gestalt des Mörders unserer Phantasie überlassen wird.

Haudegen Ethan Chandler frühstückt am Hafen erstmal eine Pulle Schnaps und verguckt sich schließlich in eine tuberkulöse Dirne. Dieselbe bricht anschließend zu einem überaus erotischen Fotoshooting mit – tada – Dorian Gray auf und lässt es sich nicht nehmen, ihm eine Ladung Blut ins Gesicht zu spucken (was dieser aber durchaus gut findet). Vanessa Ives und Sir Malcolm sind währenddessen weiterhin auf der Suche nach der Bedeutung der Hieroglyphen und besuchen zu diesem Zweck eine Party des Hieroglyphen-Spezialisten Ferdinand Lyle.

Dort kommt es nicht nur zu einem funkensprühenden Zusammentreffen von Vanessa Ives und Dorian Gray, sondern auch zu einer atemberaubenden Seance, in der Eva Green ihr überragendes Schauspiel demonstriert. Verschiedene Geister ergreifen Besitz von ihr und zielen damit besonders darauf ab, den anwesenden Sir Malcolm zu verletzen und an seine verlorene Tochter zu erinnern. Nach diesem 6 Minuten andauernden Schauspiel und diversen zerbrochenen Gegenständen flieht Vanessa aus der Villa und hat Sex mit dem erstbesten männlichen Wesen, das ihr über den Weg läuft.

Am nächsten Tag erfährt Sir Malcolm einige Dinge über die Hieroglyphen auf der Haut des toten Monsters. Laut Ferdinand Lyle handelt es sich – wie sollte es anders sein? – um eine gar unerhörte Begebenheit zwischen zwei ägyptischen Gottheiten, die die Welt in Dunkelheit stürzen, sollten sie sich jemals vereinen. Es droht demnach nichts weiter als der Weltuntergang – und Vanessa Ives hat natürlich damit zu tun bzw. ist der Auslöser.

Trotz all dieser Weltuntergangs-Szenerie hat sich für mich in dieser Folge jedoch die Beziehung von Frankenstein und seinem Proteus getauften Monster als Highlight einwickelt. In kindlicher Unschuld entdeckt er die Welt und wird hier und da mit dem Sonnenstrahl der Erkenntnis beschienen. Auf dem ersten Ausflug in die große Welt ist Proteus bereits so weit, seinem Schöpfer unbequeme Fragen zu stellen. Doch bevor sich diese bittersüße Geschichte fortführen kann, wird der Zuschauer von einem Herzkasper allererster Güte überrascht. Denn die offenbar erste Schöpfung des Doktor Frankenstein trifft ein und zerfetzt den armen Proteus.

Zitat dieser Folge: “If one is going to consort with the primordial forces of darkness, one must expect some … social awkwardness”

Beste Szene: Eindeutig die Séance und die Besessenheit von Vanessa Ives. Obwohl man das Ganze schon manchmal gesehen hat und mir alle Szenen zwischen Frankenstein und Proteus ebenfalls sehr gut gefallen haben, toppt in dieser Folge nichts die weit aufgerissenen Augen und den Facettenreichtum in der Stimme von Eva Green. Gänsehaut.

Fazit: Diese Folge war bei weitem nicht so blutig wie die erste Folge, sondern überzeugte eher mit subtilen Mitteln und solidem Horror-Handwerk. Obwohl gerade einmal zwei Folgen vorbei sind, fühlt man sich bereits gut in die Welt von „Penny Dreadful“ eingebunden. Ich bin gespannt, was sich hinter Frankensteins erster Schöpfung verbirgt und bin immernoch voller Trauer um den zuckersüßen Proteus. Schade, ich hätte gern gewusst, was sich zwischen den beiden Charakteren noch entspinnt. Es bleibt außerdem abzuwarten, ob Ethan Chandler noch einmal spannendere Dinge tun darf und wie sich die Figur des Dorian Gray in die Handlung einfügt.

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