Penny Dreadful Recap Episode 1.5 – Closer Than Sisters

Leichen, Monster, Übersinnliches – ab sofort gibt es an dieser Stelle ein wöchentliches Recap zur Horror-Serie “Penny Dreadful”, die am 11. Mai 2014 gestartet ist. Im viktorianischen London geht es heiß her, denn die Welt der Lebenden und der Toten vermischen sich und Vampire, zerhackstückelnde Monster und anderes Kroppzeuch geht auf Beutezug. Wieviel Blut geflossen ist, welche Figuren aufgetaucht sind und was passiert ist, kann von nun an hier nachgelesen werden – Spoiler ahead!

Was passiert ist: Nachdem die letzte Folge „Penny Dreadful“ vor vorantreibender Handlung nur so strotzte, beschäftigt sich „Closer Than Sisters“ nun mit der charakterlichen Ausprägung einer der Hauptfiguren: Vanessa Ives. Sie sitzt an ihrem Schreibtisch und wendet sich ihrer täglichen Aufgabe zu, indem sie der vermissten Mina einen Brief schreibt. Praktischerweise geht es darin um die Vergangenheit der beiden und der Zuschauer kann sich nach den Aufregungen der vergangenen Woche nun in aller Seelenruhe dem bewegten Leben der Vanessa Ives zuwenden.

Wir erfahren, dass die beiden Mädchen von Kindesbeinen an die besten Freundinnen waren, deren Eltern Haus an Haus (oder in diesem Fall Anwesen an Anwesen) wohnen. Vanessa geht im Hause Sir Malcolms ein und aus und erfreut sich wie alle Teenagermädchen an dem Ausstopfen von Tieren und den gelegentlichen Flirts mit Minas Bruder Peter. Eines Abends nach einer weiteren glorreichen Rückkehr Sir Malcolms aus einem afrikanischen Abenteuer beobachtet die junge Vanessa denselben und ihre eigene Mutter beim Stelldichein im Heckenlabyrinth, erzählt aber niemanden etwas davon.

Frei nach dem Motto „Dunkles Haar, dunkle Seele“ sieht sich Vanessa nach diesem Vorfall immer als die erwachsenere und weltgewandtere der beiden Freundinnen und ist dementsprechend verwundert, dass der kindlichen Mina zuerst ein heiratsfähiger Mann über den Weg läuft. Der junge Soldat mit dem Schnauzer ist nicht nur sehr verliebt, er will seine Mina auch bald ehelichen und anschließend nach Indien mitnehmen. In einem Anfall von Eifersucht und wachsender innerer Dunkelheit verführt Vanesse den Zukünftigen ihrer besten Freundin und wird natürlich prompt in flagranti mit ihm erwischt.

Das bedeutet nicht nur das Ende der Verlobung, sondern auch der Freundschaft der beiden Familien – die Tür zu den Nachbarn schließt sich. Nach einem aufwühlenden Gespräch mit Sir Malcolm fällt die reumütige Vanesse in Ohnmacht und wird bald von einer geheimnisvollen Krankheit niedergeworfen. Sie verweigert jegliche Nahrung und wird von geheimnisvollen Anfällen geschüttelt, die sich niemand erklären kann. Letztendlich landet sie in einer Nervenheilanstalt, ihr werden die Haare abgeschnitten und schließlich wird ein Loch in den Kopf gebohrt (egal wie oft man die vorsintflutlichen Heilungsmethoden in diesen Institutionen schon in Film und Fernsehen gesehen hat, sie verlieren doch nie ihren Schrecken), das nun letztendlich Heilung bringen soll.

Nach diesem Leidensweg vegetiert die Ärmste im Haus ihrer Eltern dahin und wird schließlich von Peter besucht, der endlich nach Afrika aufbrechen darf. Kurze Zeit später erhält sich auch noch Besuch von einem Dämon/dem Teufel in Gestalt Sir Malcolms, der sie entgültig auf die dunkle Seite zieht. Als sie gerade mit dem unsichtbaren Dämon Sex hat, tritt ihre Mutter ins Zimmer und stirbt ohne Umschweife am Schock dieses Anblicks. Einige Zeit nach der Beerdigung wandert die mittlerweile gekräftigte Vanessa am Strand entlang und wird von Mina heimgesucht, die sich bereits in den Fängen des „Meisters“ befindet.

Schließlich wird der Bogen in die Jetzt-Zeit der Erzählung geschlagen. Nach Minas Hilferuf macht sich Vanessa auf, um Sir Malcolm bei seinem Unterfangen zur Seite zu stehen. Nach anfänglichen Reibereien erkennt Sir Malcolm Vanessas Potential und stimmt zu, sich bei der Rettung seiner Tochter helfen zu lassen. Im Abschluss sehen wir wie Vanessa den fertigen Brief an Mina in eine randvolle Kiste legt. Sie verspricht, ihr Leben ausschließlich ihrer Rettung zu widmen, selbst wenn sie Mina dafür umbringen muss.

Zitat dieser Folge: I always thought my travelling would kill my family, being away so long, my thoughtlessness. I never imagined it will be a cruel little girl.

Beste Szene: Die Ich-habe-Sex-mit-einem-unsichtbaren-Geist-Szene. Shocking, aber auch ein bisschen albern.

Fazit: Endlich wird uns ein wenig Einblick in die Motivation von Vanessa Ives gegeben. Die tragische Geschichte hinter dieser Figur bringt eine neue Dimensionalität in ihren Charakter und war überaus interessant anzusehen. Eva Green zeigt eine überaus facettenreiche Performance, die beeindruckt und bisher wohl der schauspielerische Höhepunkt der Serie ist. Der Bruch mit dem Handlungsverlauf und die Konzentration auf den Charakter der Vanessa Ives ist nicht nur ein gutes Mittel, um die Spannung weiter hochzuhalten, sondern lässt uns die Figur viel besser verstehen. Der nächste in der Reihe müsste dann eigentlich Ethan Chandler sein, über dessen Vergangenheit auf jeden Fall noch zu sprechen sein wird. Es war ein schöner Ausflug, aber jetzt freue ich mich schon darauf, in der kommenden Episode die anderen Charaktere wiederzutreffen.

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