Penny Dreadful Recap Episode 1.7 – Possession

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© Showtime

Leichen, Monster, Übersinnliches – ab sofort gibt es an dieser Stelle ein wöchentliches Recap zur Horror-Serie “Penny Dreadful”, die am 11. Mai 2014 gestartet ist. Im viktorianischen London geht es heiß her, denn die Welt der Lebenden und der Toten vermischen sich und Vampire, zerhackstückelnde Monster und anderes Kroppzeuch geht auf Beutezug. Wieviel Blut geflossen ist, welche Figuren aufgetaucht sind und was passiert ist, kann von nun an hier nachgelesen werden – Spoiler ahead!

Was passiert ist: Nachdem sich in der letzten Szene der vergangenen Folge Vanessa Ives gegen die Schwerkraft erhob und sich in Sir Malcolms Wohnzimmer schwebend im Kreis gedreht hat, geht es in der passend betitelten Episode „Possession“ nun im gleichen Stil weiter. Die Liebesnacht mit Dorian Gray hat den inneren Dämon erneut geweckt und dieser hat nun von Vanessa Besitz ergriffen. Die Besessene erwacht in Sir Malcolms Arbeitszimmer, bringt nach einer kurzen verbalen Attacke gegen Malcolm sämtliche Gegenstände im Raum zum Schweben und kann erst durch einige Schläge von Simbene ruhiggestellt werden.

Malcolm lässt Doktor Frankenstein kommen, der Vanessa untersuchen soll und dabei ebenfalls verbal attackiert wird. Auch Ethan Chandler wird hinzugebeten und soll die Besessene unter Kontrolle bringen. Gemeinsam wird beschlossen, dass Vanessa aus eigenen Kräften gegen den Dämon in sich kämpfen soll. Malcolm, Viktor und Ethan wollen pausenlos bei ihr bleiben und alles tun, um sie in ihrem Kampf zu unterstützen. Die Tage und Wochen vergehen, immer wieder muss Vanessa ruhiggestellt werden, ständig schallen ihre Schreie durch das Haus. Frankenstein gibt sich seiner Morphin-Sucht hin und blickt immer wieder aus dem Fenster, nur um dort den lauernden Caliban zu entdecken.

Vanessa erhält Besuch vom Teufel höchstpersönlich, der sich in Gestalt von Ethan Chandler an ihr Bett geschlichen hat. Er offenbart ihr seine Pläne, sie zu seiner Braut zu machen und die Erde in ein wüstes Land ohne Leben zu verwandeln und Gott zu stürzen. Doch auch Sir Malcolm offenbart bald sein hässliches Gesicht. Durch Vanessas Zustand zwischen Leben und Tod hofft er auf eine bessere Verbindung zu Mina, er bedrängt Vanessa Kontakt zu ihr herzustellen, wird dann aber von einem äußerst wütenden Ethan zurückgehalten.

Ethan und Viktor beschließen dem Leiden der jungen Frau ein Ende zu setzen und bestellen gemeinsam mit dem widerwilligen Malcolm einen Priester, der die letzte Ölung vornehmen soll. Vanessa ist mittlerweile völlig entkräftet, reißt sich im entscheidenen Moment allerdings los, beißt dem Priester ein Stück Fleisch aus dem Gesicht und versucht auch Malcolm anzugreifen. Schließlich kann sie überwältigt werden und bleibt mit Ethan allein zurück. Sie fleht ihn an, sie von ihrem Leid zu erlösen und zu töten, er setzt ihr seine Pistole auf die Brust, kann aber nicht abdrücken. Stattdessen zückt er  sein Medallion und führt selbst eine Art Exorzismus durch. Nach jeder Menge lateinischer Worte auf beiden Seiten sackt sie leblos zusammen, Ethan packt seine Sachen und stapft durch die dunklen Straßen Londons davon. Am nächsten Morgen taucht Vanessa in Malcolms Wohnzimmer auf, scheint geheilt und einigermaßen gesund zu sein und offenbart Malcolm, dass sie nun wisse, wo Mina ist.

Zitat dieser Folge: „You don’t know what it’s like having this thing inside me. Always scratching. (…) An animal – scratching to get out.“

Beste Szene: Die Szene mit Sir Malcolm, der versucht, Vanessa für seine Zwecke zu missbrauchen, obwohl die Ärmste sich mit ihrem Dämon herumplagt. Die Szene entlarvt seine ganze Falschheit und seinen unbedingten Willen, seine Tochter wiederzufinden und Vanessa gleichzeitig für ihre damalige Verfehlung leiden zu lassen. Vanessa beschreibt ihn absolut zurecht als grausam.

Fazit: Obwohl die Handlung in der gesamten Episode nicht wesentlich voran getrieben wurde, ist „Possession“ meiner Meinung nach einer der besten Episoden der ersten Staffel. Sie führt alle wichtigen Charaktere unter ein Dach und verdeutlicht erneut die Rolle einer jeden Figur. Sir Malcolm als grausamer Vater, der keine Liebe geben kann, Viktor Frankenstein als kränklicher und in sich gekehrter Junge, der das Leben nur unter Morphin-Einfluss ertragen kann, Vanessa Ives ist die verlorene Tochter, der niemand helfen kann und Ethan Chandler ist der aufsässige Junge, der das Herz am rechten Fleck trägt. Auch der Diener Sembene gehört in dieses Quintett, denn auch wenn sein Charakter noch nicht klar definiert ist, könnte er noch eine wichtige Rolle spielen, indem er sich im entscheidenen Moment mit oder gegen Sir Malcolm stellt.

Besonders überzeugend war in dieser Episode die Machart und Atmosphäre, sehr schön wurde das Vergehen der Zeit dargestellt. Die länger werdenen Schatten, die über die Böden des Hauses huschen, die Dunkelheit, die immer mehr zunimmt, das Warten auf dem Flur vor Vanessas Zimmer – das alles illustriert hervorragend die zermürbende Situation, in der sich die Figuren befinden. Man kann einen Vergleich zu „Der Exorzist“ führen, in dem in ähnlichem Stil die Erschöpfung der Mutter des besessenen Kindes gezeigt wurde, die bereits seit langer Zeit für die Heilung gekämpft hat.

In der nächsten Episode wird es auf jeden Fall zur Sache gehen, schließlich handelt es sich um das Staffelfinale und es gibt noch einige Dinge zu klären. Zum Beispiel, wer Ethan Chandler eigentlich ist. Ob Brona Croft noch zu retten ist, oder ob Doktor Frankenstein möglicherweise doch noch eine Unsterbliche aus ihr macht. Was es mit Vanessas Ausspruch auf sich hat und ob sie Mina finden werden. Ich bin gespannt.

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