Prince Avalanche

Prince_Avalanche_Movie_Film_Kritik
© koolfilm

Eine riesige Fläche Wald ist abgebrannt und hat nicht nur eingeäscherte Bäume, sondern auch Schäden an den Straßen hinterlassen. In fast menschenloser Wildnis machen sich zwei Arbeiter daran, die Straßenmarkierungen zu erneuern. Alvin sucht die Einsamkeit und schickt jeden Cent zu seiner Frau, Lance hingegen hasst die Natur und sehnt sich nach dem Wochenende und heißen Partys in der Stadt. Logisch, dass die beiden sehr unterschiedlichen Charaktere, die nun 24 Stunden am Tag zusammen sind, schnell aneinandergeraten.

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Besonders bestechend an „Prince Avalanche“ ist zweifellos das betörende Setting. Einsame Wildnis, krumme Bäume, sich windende Straßen – was will man mehr? Ein Großteil der Atmosphäre wird durch die Natur geschöpft, die im Übrigen auch während des gesamten Films nicht verlassen wird. Man spricht höchstens über die Dinge in der Stadt, als wären diese Ort unendlich weit entfernt, ja geradezu unerreichbar. Was zählt, ist der Wald, die Einsamkeit, die Straße.

In dieser stillen Idylle prallen zwei sehr unterschiedliche Charaktere aufeinander, haben quasi nichts als einander, sonst keinen Gesprächspartner oder Freund um sich. Der von Paul Rudd verkörperte Alvin ist eher der feingeistige, nachdenkliche Typ, der in der Wildnis sich selbst finden und die Einsamkeit genießen will. Er glaubt an die große Liebe und ist sich sicher diese bereits gefunden zu haben. Der eher einfach gestrickte Lance hingegen beschreibt gern ausgiebig und ausschmückend seine Liebesabenteuer und Partyexzesse. Die Auseinandersetzungen zwischen den beiden sind sehr unterhaltsam, besonders Emile Hirsch kann dabei seine komödiantische Seite zeigen und damit überzeugen. Das Ganze gipfelt schließlich in sehr witzigen und einfallsreichen Betrunkenheits-Szene und einem etwas surreal anmutendem Ende.

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Handlungstechnisch geht es in „Prince Avalanche“ leider nicht immer sehr spannend zu, aber was soll schon auf einsamen Waldstraßen passieren? Obwohl der Film die meiste Zeit unterhaltsam ist, fehlt es dem Ganzen irgendwie an Tiefe, an etwas Besonderem, der mehr aus ihm macht als einen ‚ganz netten Film‘. „Prince Avalanche“ hat schöne Momente, aber eben auch einige langweilige Phasen und letztendlich keine befriedigende Konklusion.

Alles in allem ist „Prince Avalanche“ ein unterhaltsamer Film, der vor allem von seiner Atmosphäre und seinen glaubwürdigen und teilweise sehr witzigen Darstellern lebt. Das Setting ist sehr schön und bietet jede Menge Möglichkeiten, darin zu versinken. Leider ist die Handlung nicht immer interessant, der Film kommt nicht richtig in die Gänge und wird wahrscheinlich nicht lange im Gedächtnis bleiben.

Bewertung 6,5/10

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