Prometheus – Dunkle Zeichen (kein Spoiler)

Hologramme - wie wunderbar
© 20th Century Fox

Ich habe mich wahrlich schwer getan, etwas über diesen Film zu schreiben. Das liegt vor allem daran, dass der Film nicht so leicht verdaulich ist – bei meiner kleinen Recherche entdeckte ich so unzählige Webseiten und Berichte mit möglichen Deutungen und Interpretationen. Puh. Was für ein Stress. So sprach ich dann mit dem Herrn Metabolisten auch stundenlang über den Film, unsere persönlichen Deutungen des Anfangs, des Endes, was wir gut fanden und was schlecht, was wohl noch kommt, und was um Himmels Willen das denn nun alles bedeuten soll. Hat Spaß gemacht, war aber auch anstrengend und irgendwie schwierig.

© 20th Century Fox

Glücklicherweise war das beim Kinobesuch nicht so! Man konnte sich zurücklehnen und wurde ganz behutsam in die Handlung gesogen, die mit wirklich schönen Landschaftsbildern eingeleitet wurde. Auch sonst war der Film optisch ein Augenschmaus! Besonders bemerkenswert ist dabei natürlich der eindeutige Einfluss von Hansruedi Giger, der sich wie schon in den Alien-Filmen in wundersamen Welten, eigenartigen Lebewesen und interessanten Inneneinrichtungen wiederspiegelt. Der ganze Film sieht wirklich hervorragend aus, alles wirkt im angemessenen Maße düster und unheimlich, eben genau so wie man sich das vorgestellt hat und auch wünscht. Die sonstigen visuellen Aspekte und Special Effects sind aber durchaus auch nicht von schlechten Eltern, mir persönlich haben besonders die Szenen mit Hologrammen gefallen – sehr cool!

Inhaltlich ist der Film wie schon gesagt etwas schwierig zu bewerten. Da wird sich nicht mit weniger als der Suche nach dem Sinn des Lebens und der Suche nach unserem Schöpfer zufrieden gegeben – sehr viel Bedeutung für einen Sci-Fi Film. Ist aber auf jeden Fall sehr unterhaltsam und war auch während des Kinogenusses irgendwie leicht zu schlucken. Irgendwie wollte man auch auf keinen Fall, dass der Film zu Ende ist – bis zum Schluss hofft man noch auf ein paar Extra-Minuten, in denen vielleicht noch ein paar Fragen beantwortet werden und man dem Ganzen noch ein bisschen zuschauen kann. So einige Szenarien und Gedankengänge wurden nur gestreift und stoßen im Nachhinein noch weitere Gedanken an. Aber der Film hat zweifellos auch inhaltliche Schwächen. Besonders zum Ende hin nimmt das Ganze teilweise vorhersehbare klischeehafte Maße an, was sehr schade ist.

Michael Fassbender als David
© 20th Century Fox

Auch die Figuren und ihre Geschichten werden teilweise mit Bedeutung aufgeladen und es wird versucht, ihnen so eine charakterliche Tiefe zu geben, was in den meisten Fällen scheitert und äußerst fehl am Platz wirkt. Die meisten Charaktere sind sehr zweidimensional, die Nebencharaktere sind leider alle wandelnde Klischees, die total unwichtig und im Grunde nur zum Tode verurteilt sind. Auch die Hauptcharaktere sind nicht besonders interessant und haben wenig Tiefgang. Der Einzige, der einen glaubwürdigen Charakter darstellt, ist Michael Fassbender – ein Roboter. Dieser ist der einzige Charakter auf weiter Flur, dessen Handlungen unvorhersehbar sind und von dem man nicht so recht weiß, auf wessen Seite er eigentlich steht. Sehr irritiert wurde man auch vom Wayland Industries Chef, der eine wachsartige Puppenmaske trug, um so richtig schön alt und runzelig zu wirken. Wir fragten uns schon während des Films, warum, weshalb, wieso das nicht einfach ein alter Mensch spielen konnte. Nach einiger Recherche konnte ich dann herausfinden, dass Guy Pierce im Vorfeld als Peter Weyland für das Marketing eingesetzt wurde. Vielleicht taucht der Gute ja auch im nächsten Teil wieder auf, denn wie man sich nach Filmgenuss sicher sein kann: das war noch nicht alles. Angeblich erscheint die Fortsetzung schon 2013 oder 2014.

© 20th Century Fox

Insgesamt wirft der Film mehr Fragen auf, als er beantwortet. Das ist einerseits sehr verwirrend, aber auch äußerst unterhaltsam. Ob und wie sich der Film mit Alien messen kann, sei jetzt mal dahingestellt, aber man wird trotz einiger Unstimmigkeiten gut unterhalten, es gibt Spannung, Action, Ekelhaftes und Gruseliges und das alles in einer einzigartigen Optik. Sehr schön – angucken!

Abschließend verweise ich noch auf der sehr schicke und verdammt coole Seite der Weyland Industries .

Bewertung: 7,5/10

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