Rushmore

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© Buena Vista International

Er ist der König von Rushmore, der engagierteste Schüler, Präsident in unzähligen Clubs, er kann fechten, imkern, Modelflugzeuge bauen und jagen – und trotzdem sind seine schulischen Leistungen unterirdisch und kaum jemand kann den schrulligen Max Fischer leiden. Eines Tages verliebt sich der altkluge Nerd mit der bemerkenswerten Nase in die neue Französisch-Lehrerin und wird nicht aufgeben bis er den ungleichen Kampf mit seinem viel reicheren, älteren Nebenbuhler gewonnen hat.

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© Buena Vista International

In Wes Andersons zweiter Regie-Arbeit „Rushmore“ wird der Zuschauer in die eigene Vergangenheit entführt, denn wer kennt sie nicht – die Überambitionierten, die in keiner Nachmittags-Arbeitsgruppe fehlen durften. Die Besserwisser, die sich mit ihrem altklugen Gerede bei sehr viel älteren und erfolgreichenen Menschen einschmeicheln und die braven Chorsänger. Vielleicht entdeckt man sogar ein wenig von Max Fischer selbst in sich – Schockschwerenot! Denn es fällt wirklich nicht gerade leicht, den Hauptcharakter dieses kleinen Meisterwerkes besonders sympathisch zu finden. Dank seiner liebenswerten Eigenartigkeit und Individualität und seiner mitleiderregenden Versuche geliebt und geachtet zu werden, gelingt es schließlich doch, dazu trägt aber vor allem die betont ernste Performance von Jason Schwartzman bei. Der Neffe des Meisterregisseur Francis Ford Coppola ist hier in seinem ersten Kinofilm zu sehen und stach nicht umsonst die Konkurrenz bei endlosen Schulcastings aus. Abgesehen von seinem perfekt passenden Gesicht, verleiht er der Figur des eigenwilligen Max Fischer die angemessene Ernsthaftigkeit und Leidenschaft, um ihn trotz der starken Überzeichnung glaubhaft und realitätsnah wirken zu lassen.

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© Buena Vista International

Abgesehen von den starken Darbietungen von Schauspielern wie Bill Murray und Olivia Williams, baut „Rushmore“ auf die eigentümliche und liebevolle Inszenierung des Regisseurs Wes Anderson, der wie immer besonderen Wert auf Ästhetik und Detailreichtum legt. Die Sets sind sehr gut gewählt und vor allem die Privatschule Rushmore scheint eine architekturgewordene Charakterisierung Max Fischers zu sein, während er in der öffentlichen Highschool wie ein Fremdkörper wirkt. Die wunderbare Ästhetik des Films wird durch viele bemerkenswerte Songs der British Invasion unterlegt, sodass eine dichte Atmosphäre entsteht, die den Zuschauer in den Bann zieht. Die Geschichte des Schülers, der sich in die Lehrerin verliebt, wird behutsam und spannend erzählt, vor allem der spätere Konkurrenzkampf der beiden ungleichen Männer wartet mit jeder Menge Witz und skurrilen Einfällen auf.

„Rushmore“ ist ein Fest für alle Fans von Wes Anderson, es gibt eigenwillige Charaktere, grandiose Schauspieler, eine interessante Geschichte, die ohne Ende mit Skurrilitäten gespickt ist, tolle Musik und perfekte Bilder. Zum Abschluss dieses Lobliedes gibts es noch diese bezaubernde Montage, die uns alles über die vielen verschiedenen Hobbies des Max Fischer erzählt.

Bewertung: 8,0/10

 

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