Selfmade-Dad – Not macht erfinderisch

© Concorde Home Entertainment
© Concorde Home Entertainment

Robert Axle ist Erfinder – oder genauer: „fabricator“ (Verarbeiter). Er nimmt zwei bestehende Produkte und kombiniert sie zu einem neuen. So gibt es zum Beispiel ein Pfefferspray, das gleichzeitig ein Foto schießt. Oder den AB Clicker, ein Gerät, mit dem man gleichzeitig seinen Bauch trainieren und den Fernsehsender wechseln kann. Vermarktet werden die neuen Produkte von Axle selbst, seine Infomercials sind beliebt und erfolgreich. Der AB Clicker allerdings ging zu früh in Produktion und wurde nicht hinreichend getestet. Durch die dazukommende unsachgemäße Benutzung vieler Käufer verlieren diese durch das Gerät einen Finger und in Folge dessen wird Axle zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Wegen guter Führung erhält er nach acht Jahren seine Freiheit wieder und versucht nun, sowohl sein Verhältnis mit seiner Tochter zu kitten, als auch wieder ein Multimillionenbusiness aufzubauen.

Selfmade-Dad – Not macht erfinderisch (so der unpassende deutsche Titel von Father of Invention) ist eine Independentproduktion aus dem Jahre 2010, der im August 2016 in Deutschland auf DVD erschien. Zu unrecht ist dieser Film so lange in der Mottenkiste gehalten worden. Sicher ist er kein Meisterwerk, erzählt aber eine nette kleine Geschichte von einem Vater, der seine Familie für seinen Beruf vernachlässigt hat und dem nach langer Zeit der Läuterung die Möglichkeit für einen Neustart gegeben wird. Prominent besetzt ist er dazu, so wird Axle von Kevin Spacey verkörpert, der wieder einmal beweist, wieso er zurecht mit zwei Oscars ausgezeichnet wurde. Daneben wirken Johnny Knoxville und Heather Graham in wichtigen sowie Craig Robinson und John Stamos in kleineren Rollen mit.

© Concorde Home Entertainment
© Concorde Home Entertainment

Das Skript ist nicht ohne Mängel. Oft wird die suspension of disbelief mehr als beansprucht und nicht nur einmal hat man es mit reiner plot convenience zu tun. Einige Szenen fühlen sich in ihrer Gänze überflüssig an, auch wenn meist ein Detail daraus die Handlung entweder direkt vorantreibt oder zu einem späteren Payoff führt. Selfmade-Dad macht es einem aber leicht, darüber hinweg zu sehen.

Die Kameraführung liefert für den Rahmen durchaus angemessene Bilder, wenn auch keine herausragenden. Dafür werden viele Szenen in schönen langen Einstellungen gezeigt ohne zerschnitten zu werden, wie es fast schon üblich geworden ist. Es gibt gegen Ende einige Schwarzblenden, die wirken als wäre der Bildschirm nach kurzem Flackern plötzlich ausgegangen. Da sie auch etwas zu lang geraten sind und man es somit wirklich für einen Bildschirmausfall halten könnte, reißt einen das aus dem Filmerlebnis.

Selfmade-Dad ist eine charmante Komödie, der man zwar den Indie-Faktor öfter anmerkt und die keine Überraschungen zu bieten hat, dafür einen sympathischen, überzeugenden Cast und einige Lacher.

Bewertung: 6/10

One Comment

  1. Pingback: Das cineastische Äquivalent zum Autounfall: Voll verkatert | Die Filmguckerin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.