Sing Street

© Studiocanal GmbH Filmverleih
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Mit Once und Can a Song Save Your Life? hat John Carney bereits zwei hochgelobte Filme geschaffen, die das Leben von Musikern thematisieren. Mit Sing Street begibt er sich ins Dublin der 1980er Jahre und lässt laut eigenen Aussagen viele autobiografische Momente in diesen Film einfließen.

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Conor (Ferdia Walsh-Peelo) ist ein unauffälliger, 14-jähriger Teenager, der auf Grund der sich rasch verschlechterten finanziellen Situation seiner Eltern die jesuitische Privatschule verlassen muss, um auf die staatliche Christian-Brothers-Oberschule zu wechseln. Hier wird er Opfer von Mobbing durch seine Mitschüler und seinen Direktor, doch alles beginnt sich zu verändern, als er die 16-jährige Raphina (Lucy Boynton) kennen lernt. Sie behauptet, auf ihren Durchbruch als Modell zu warten und um sie beeindrucken, bittet er sie, beim Video seiner Band mitzumachen. Sie willigt ein, doch damit stellt sich das nächste Problem, denn diese Band gibt es noch nicht. Also muss eine Lösung her.

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John Carney beleuchtet in Sing Street nicht nur die Entwicklung einer Band von jungen Ambitionierten, sondern zeigt auch die äußeren Bedingungen, die die fünf Mitglieder und ihren Manager in ihrer Entwicklung beeinflussen. So wird die wirtschaftliche Situation in Irland in den 1980ern immer wieder subtil präsentiert, aber auch einflussreiche Bands werden eingeführt, so dass der musikalische Werdegang von Conors Gruppe verständlich wird. Dadurch gelingt es John Carney ein realistisches Gefühl einer Generation zu vermitteln, die sich im Zwist befindet zwischen der Sehnsucht nach der weiten Welt und dem Gefühl, an einem Ort ohne Zukunft gefangen zu sein.

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Dabei werden die bedeutsamen musikalischen Innovationen der Zeit behutsam nahe gebracht. Dadurch beeinflussen Duran Duran, The Cure und Hall & Oates Conor und seine Freunde sowohl in ihrem Auftreten als auch in ihrer musikalischen Entwicklung. Eine wichtige Bezugsperson hierbei stellt Conors älterer Bruder Brendan dar, der ihn erst an diese Bands heranführt und ihm deren Bedeutung für die Popmusik erläutert. Neben diesem gemeinsamen Interessen ersetzt Brendan dessen Eltern, die auf Grund ihrer Ehestreitigkeiten nur wenig von der Entwicklung ihres Sohnes erfahren. Die Beziehung zwischen Conor und Brendan ist ergreifend und wird von Ferdia Walsh-Peelo und Jack Reynor aufs Wundervollste inszeniert.

Sing Street gelingt es, auf charmante Weise an andere Filme wie Zurück in die Zukunft zu erinnern, als die Band beim großen Jahresabschlussfest aufspielt und alles an den Auftritt von Marty McFly denken lässt – inklusive der Kostüme der Schauspieler. Diese Hommagen machen den Film besonders und stellen eine weitere Stärke dar, von denen der Film viele hat. Insgesamt ist Sing Street ein großartiger Musikfilm, der das Gefühl der 80’er Jahre einzufangen und wiederzugeben weiß. Ein Film, der von seinen Figuren getragen wird und diesen einen Rahmen bietet, in dem sie sich entwickeln können. Absolut sehenswert und einer der bisher besten Filme des Jahres.

Bewertung: 10/10

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